
Neue Quartiersmanagerin in Eschweiler-Ost: Britta Leipertz
Veröffentlicht: Dienstag, 03.12.2024 12:22
In Eschweiler-Ost arbeitet seit dem Sommer Britta Leipertz (auf dem Foto oben vorne zu sehen) für die rund 2.500 Anwohner als Quartiersmanagerin.
Ihre Vollzeitstelle wird von der Diakonie Katastrophenhilfe bezahlt, bei der sich die Stadt erfolgreich auf ein Förderprogramm beworben hat.
Die Initiative für Eschweiler-Ost ist eines von insgesamt zehn geförderten Projekten in NRW und Rheinland-Pfalz, die von der Hochwasserkatastrophe 2021 betroffen sind. Die Förderung umfasst Personal- und Sachkosten. Zusätzlich können Sachmittel zu den Themen Natur, Nachhaltigkeit und Nachbarschaft beantragt werden.
Folgende Schwerpunkte sind laut der Stadt für den Quartiersstandort Eschweiler-Ost vorgesehen:
- Beratungs- und Anlaufstelle im Rathaus sowie der Bürgerbegegnungsstätte BEO für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils und bei Bedarf Weiterleitung von Anfragen und Anregungen an zuständige Stellen
- Stärkung von Nachbarschaften und nachbarschaftlichem Engagement
- Zielgruppenübergreifende Arbeit, sodass sich alle Bewohner des Quartiers unabhängig von Geschlecht, sozialer, kultureller, ethnischer und demografischer Zugehörigkeit vom Quartiersmanagement angesprochen fühlen
- Lotsen- und Orientierungsfunktion als Bindeglied zwischen Bewohnerschaft und städtischen sowie weiteren öffentlichen Institutionen
- Initiierung, Begleitung und Moderation von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen durch enge Vernetzung mit Bewohnern und sozialen und wirtschaftlichen Akteuren im Quartier
- Organisation von Stadtteilkonferenzen, um die kontinuierlichen Veränderungen der jeweiligen Bedarfslagen der Quartiersbevölkerung zu ermitteln und zu steuern
Das Quartiersprojekt verfolgt demnach vier wesentliche Ziele:
- Die Bedarfe der Bewohnerschaft des Viertels sollen stetig ermittelt werden. Dies geschieht mithilfe von regelmäßigen Bürgersprechstunden, Bürgerforen und Umfragen.
- Die Nachbarschaft soll gestärkt und deren Vernetzung unterstützt werden. Dazu werden Angebote und Foren geschaffen, die gemeinsames Erleben und das Kennenlernen ermöglichen - zum Beispiel Feste, Informationsveranstaltungen oder regelmäßige Angebote in der Bürgerbegegnungsstätte Eschweiler-Ost an der Moselstraße, die der gesamten Bewohnerschaft dafür offensteht.
- Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils als Wegweiser zu Unterstützungs- und Beratungsangeboten bei allgemeinen sozialen Fragen und zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements. Die Bewohnerschaft soll ermutigt und befähigt werden, ihre Nachbarschaft und ihr Viertel eigenständig zu gestalten, und bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt werden.
- Die Katastrophenresilienz der Bewohnerschaft soll gesteigert werden. Aktionstage, Informationen, Klimafolgenanpassungsmaßnahmen und nachbarschaftliche Vernetzung sollen dazu beitragen, besser mit Katastrophen umgehen zu können.
Eschweilers Bürgermeisterin Nadine Leonhardt: „Quartiersmanagement ist unglaublich wichtig, um den Menschen vor Ort Ansprechpartner zu bieten und zugleich einen direkten Zugang zu ihnen zu finden. Mit der Diakonie haben wir nach der Flut beste Erfahrungen gemacht und hervorragend zusammengearbeitet. Daraus ist eine Vertrauensbasis entstanden, auf der wir gemeinsam konkrete Projekte realisieren.“
Die Stelle von Leipertz wird bis zum Frühjahr 2026 gefördert.
Seit dem Start im August hat Leipertz schon Netzwerke aufgebaut und erste Projekte realisiert. Neben Kennenlern- und Austauschtreffen mit Institutionen und Akteuren im Quartier unterstützte die neue Quartiermanagerin gemeinsam mit ihrer für Eschweiler-West zuständigen Kollegin Lina Wichert aktiv das Spielplatzfest des Kinderschutzbunds Eschweiler im Quartier West im September. Anfang Oktober veranstaltete das Quartiersmanagement in Kooperation mit der Mobilen Jugendarbeit ein kostenloses Streetball-Turnier auf dem Spielplatz an der Oststraße. Die Preise für die drei Siegermannschaften sowie die Verpflegung wurden als Mikroprojekt über die Diakonie Katastrophenhilfe gefördert. Ebenso wurden eine naturnahe Bastel-Ferienaktion im Rahmen der Ferienspiele der städtischen Spiel- und Lernstube gefördert und die Ausgabe der Weckmännchen beim Martinsfest des Trägervereins Bürgerbegegnungsstätte Eschweiler-Ost (BEO) an Kinder und Jugendliche im November. In der vergangenen Woche ist außerdem die erste Stadtteilkonferenz mit den Akteuren aus dem Viertel abgehalten worden.
„In den kommenden Monaten wird es darum gehen, intensiv mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu kommen“, blickt Britta Leipertz nach vorne. „Dazu eignen sich Mikroprojekte gut“, ist die 39-jährige Bildungswissenschaftlerin sicher. Darüber hinaus soll es Anfang kommenden Jahres ein Quartiersforum für die komplette Bewohnerschaft des Viertels geben. Für die Menschen, die in Eschweiler-Ost leben, findet Britta Leipertz viele lobende Worte: „Sie sind herzlich, engagiert, offen und haben ein ausgeprägtes Wir-Gefühl.“ Gute Voraussetzung also, um im Zuge des Quartiersmanagements nachhaltige Strukturen zu schaffen, die über den Förderzeitraum hinaus Bestand haben werden.
Britta Leipertz bietet eine regelmäßige Bürgersprechstunde im Quartier Ost an. Folgende Termine gibt es im ausklingenden Jahr 2024: Dienstag, 10. Dezember und 17. Dezember, jeweils von 10 bis 12 Uhr, sowie Donnerstag, 5. Dezember, 12. Dezember und 19. Dezember, jeweils zwischen 15 und 17 Uhr. Die Bürgersprechstunde findet im alten Vereinsheim des FV Eschweiler an der Oststraße 23 statt.