
Neue Palliativ-Versorgung im SAH
Im Eschweiler St.-Antonius-Hospital (SAH) beginnt in diesem Monat das "ServiceZentrum Häusliche Pflege" (SHP) mit seiner neuen Palliativ-Versorgung.
Es legt Wert darauf, dass Palliativ-Versorgung kein Todesurteil ist, wie viele glauben. Stattdessen handele es sich um einen wichtigen Teil einer besonderen medizinischen Versorgung für Menschen mit chronischen schweren Erkrankungen. Wenn solche schweren Erkrankungen zu einer hohen Symptomlast führen, sei es das Hauptziel, Schmerzen zu kontrollieren oder zumindest zu lindern. Das können beispielsweise starke Übelkeit oder Luftnot sein.
Die Betreuung schaffe ein Stück Lebensqualität, damit Patienten ihr restliches Leben so gut wie möglich verbringen können. Wenn es dann wirklich aufs Sterben zugehe, sei man natürlich auch da und begleite entsprechend. Ein großer Teil der Arbeit sei daher psychologische Betreuung. Die Patienten sollen aus rein medizinischer Sicht gut symptomkontrolliert sein, man nehme aber auch Ängste.
Das Angebot des SHP gliedert sich in zwei Bereiche. Die allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV) ist gedacht für Patienten, die stabil sind und ihren häuslichen Alltag zum großen Teil noch selbständig managen können. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) richtet sich an Menschen mit sehr hoher Symptomlast, die medizinisch und pflegerisch mit erhöhtem Aufwand betreut werden müssen. Dieses große Rundum-Paket dient Patienten, die etwa eine intensivere Wundversorgung mit eventueller Verabreichung von Schmerzmedikamenten sowie zusätzlich eine hohe psychologische Betreuung benötigen.
Für die Palliativ-Versorgung für den Einzugsbereich Eschweiler werden aktuell die personellen Voraussetzungen geschaffen. Am SAH ist man zunächst mit zwei Palliativ-Fachkräften und einer Verwaltungskraft am Start, demnächst woll der Personalstamm aber demnächst um vier weitere Palliativ-Kräfte ergänzt werden.
Unter dem Dach der städeteregionalen HomeCare Aachen ist das SHP Kooperationspartner und wichtiger Baustein des Gesamtangebots des Palliativ-Netzwerks Stolberg-Eschweiler. In dem Netzwerk arbeiten geschulte Pflegedienste, qualifizierte niedergelassene Mediziner und viele ehrenamtliche Helfer mit.
Der Ausgangspunkt von Palliativ-Pflege ist immer der niedergelassene Mediziner, also die Hausärztin oder der Haus-arzt. Er bzw. sie trifft die Entscheidung, ob eine Person ins Palliativmedizinische Netzwerk gelangt. Ärzte schauen sich Patienten an und können eine "Verordnung" für eine Palliativ-Versorgung ausstellen. Eine solche Verordnung kann auch von einer Klinik ausgestellt werden.
Die Kostenübernahme findet dann nicht über die Pflegekasse, sondern über die Krankenkasse statt, weil es sich um eine medizinische Leistung handelt. Personen, die schon Pflegegeld beziehen, können sich im Rahmen ihrer viermaligen Pflichtberatung pro Jahr ebenfalls zu diesem Themenkreis informieren.
Erste Informationen findet man unter www.palliativnetz.net. Wer sich telefonisch beraten lassen möchte, wählt Montag bis Donnerstag von 8 bis 14 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr die SAH-Telefonnummer 02403-76-1184.
Veröffentlicht: Montag, 23.01.2023 10:30