
In der Stadt Aachen legen die Grünpflegekolonnen des Stadtbetriebs momentan weitere neue Blühstreifen an.
Die sollen für Farbe und Artenvielfalt sorgen, sie bieten unterschiedlichen Kleinlebewesen viel Lebensraum, heißt es von der Stadt.
Sehen kann man das erst in einigen Wochen, wenn sich die Erdflächen zu üppigen Blühstreifen weiter entwickelt haben.
Für die vielen Standorte werden immer wieder neue Saatgutmischungen ausgewählt, um eine möglichst hohe Diversität an Pflanzen zu ermöglichen.
So heißt zum Beispiel die verwendete Saatgutmischung an der Rombachstraße „La Fleur Tenor“, sie enthält unter anderem Kornrade (lila Blüte/Nelkengewächs), Mädchenauge (gelbe Blüte/Korbblütler), Schleierkraut (weiße Blüte/Nelkengewächs), Stauden-Lain (blaue Blüte/Leingewächs), Alpen-Vergissmeinnicht (blaue Blüte/Raublattgewächs) und hat eine durchschnittliche Wuchshöhe von 70 Zentimetern.
Bleibt der Regen aus, werden die Flächen regelmäßig durch die Grünpflegekolonnen des Aachener Stadtbetriebs gegossen. Vier bis sechs Wochen nach der Einsaat entwickeln sich die ersten Pflanzen. Bis zum Herbst verändert sich der Blühstreifen dann stetig, die verschiedenen Pflanzenarten blühen zu unterschiedlichen Zeiten, sodass sich immer wieder ein anderes Bild ergibt.
„Wir lassen beispielsweise nach einer Mahd das Schnittgut für eine bestimmte Zeit auf der Fläche liegen“, erklärt Leonard Beissel, der Leiter der Arbeitsvorbereitung Stadtgrün und Stadtbezirke des Aachener Stadtbetriebs. „Dadurch können vertrocknete Blütenköpfe die enthaltenen Samen abwerfen und sie keimen im Frühjahr wieder neu. So erhalten wir unterschiedliche Pflanzenarten, auch wenn es manchmal so wirkt, als ob die Entsorgung des Schnittgutes „vergessen“ wurde. Denn bei der Mahd achten wir auch darauf, die Pflanzen nicht komplett zu schneiden, um weiter den Lebensraum für Kleinlebewesen und Insekten bieten zu können.“
Etwa drei Jahre bleiben die Blühstreifen erhalten. Danach werden sie durch Rasen und Wildkräuter überwuchert.
Tipps für Garten und Balkon:
Blühflächen lassen sich auch gut in heimischen Gärten und in Balkonkästen umsetzen. Die Expert*innen des Stadtbetriebs haben dazu einige Tipps zusammengestellt:
Blüh- und Saatgutmischungen bevorzugen in der Regel karge oder magere Böden, da sie eine bessere Durchwurzelung und Belüftung ermöglichen. Etwas Splitt oder Sand in die Erde einzuarbeiten, hat einen großen positiven Effekt, um eine Blühfläche erfolgreich anzulegen. „Bei Balkonkästen oder Töpfen ist eine Mischung von Sand zur gewöhnlichen Pflanzerde vor der Befüllung der Behälter sehr sinnvoll“, so Beissel. „Auf Flächen im Garten wäre es eine etwa drei bis fünf Zentimeter starke Sandausgabe, welche dann mithilfe von Spaten oder Schaufel eingearbeitet wird.“
Weiterhin rät er, sich beim Ausbringen der Samen an den Herstellerangaben zu orientieren: „Optisch wirkt es so, als wäre deutlich zu wenig ausgebracht worden, aber der Schein trügt. Eine überdimensionierte Ausbringung wirkt kontraproduktiv, weil einzelne Arten mit höherer Keimdauer verdrängt werden.“
Während des Keimprozesses sollten die Flächen feucht gehalten werden, allerdings nicht nass. Behälter und Töpfe sollten nach unten offen sein, somit kann übermäßiges Wasser ablaufen und Staunässe verhindert werden. Eine mineralische Schicht in Form von Splitt oder gar Schotter bei größeren Flächen als Untergrund wirkt Staunässe entgegen. Auch in Blumenkästen und Töpfen kann der Untergrund mit Splitt (zwei bis fünf Millimeter) befüllt werden, sodass Wasser besser versickern kann.

