
Nächstes Wildtiermonitoring in den Nationalparks
Veröffentlicht: Montag, 10.07.2023 11:40
Im Nationalpark Eifel und acht anderen deutschen Nationalparks laufen seit vorigem Monat wieder Tierzählungen mit automatischen Kameras, sogenannten "Fotofallen".
Beim Wildtiermonitoring der Wissenschaftler der Universität Freiburg geht es um Rothirsche, Rehe, Wildschweine, Wölfe, Luchse, Rotfüchse und weitere Tierarten.
Die aktuelle Zählung soll Vergleichsdaten mit dem letzten Monitoring zwischen 2019 und 2020 liefern, bei dem rund 1,2 Millionen Bilder aus bundesweit 643 Fotofallen ausgewertet wurden.
Das Fotofallenmonitoring ist Teil eines kürzlich abgeschlossenen Forschungs- und Entwicklungsvorhabens, gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz. Dabei sollte ein Monitoring für die Huftierpopulationen und deren Einfluss auf die Umwelt entwickelt werden. Mit Hilfe des Monitorings soll es in Zukunft möglich sein, schutzgebietsübergreifend Zusammenhänge zwischen den Populationsgrößen und der Wirkung der Huftiere auf ihr Ökosystem zu erkennen.
„Das Monitoring der Tierpopulationen ist eine wichtige Aufgabe in den Großschutzgebieten, da es Daten zur Entwicklung der Ökosysteme liefert und damit auch eine Bewertungsgrundlage für das Wildtiermanagement liefert“, sagt der in der Nationalparkverwaltung Eifel verantwortliche Projektleiter Sönke Twietmeyer.
Nachdem die ersten Daten ausgewertet wurden, starten die Nationalparks schon eine Fortführung des Monitorings, um Entwicklungen der Wildtierbestände im Vergleich zum Stand der ersten Projektphase nachvollziehen zu können.
Dabei sollen auch die Auswirkungen der sich ausbreitenden Wolfpopulationen auf die Huftierpopulationen untersucht werden.
„Seit dem 1. Juni sind bundesweit wieder 782 Fotofallen in 11 Nationalparks im Einsatz, um die Bestände von Hirschen, Rehen und Wildschweinen zu erfassen“, erklärt Dr. Christian Fiderer, Projektkoordinator der Universität Freiburg. Begleitet wird das Projekt außerdem durch drei weitere Untersuchungsgebiete in Deutschland, der Schweiz und Rumänien, wobei insgesamt 1.159 Fotofallen zum Einsatz kommen.
Im Nationalpark Eifel liefern seit dem 1. Juni 2023 insgesamt 62 Fotofallen wichtige Daten über die Entwicklung der Tierpopulationen. In einem Jahr können die Wissenschaftler dann sagen, wie sich die Bestände im Vergleich zu der ersten Aufnahme verändert haben.
In diesem Umfang ist das Projekt zumindest in Europa bislang einzigartig. Der Umfang des Projektes stellt die Wissenschaftler vor eine große Herausforderung. So werden im kommenden Jahr mehrere Millionen Bilder aus den Nationalparks erwartet, die alle ausgewertet werden müssen. Um den Überblick zu behalten, wurde eine Datenbank an der Universität Freiburg eingerichtet, auf der die Bilder hochgeladen werden können und auf der anschließend eine automatisierte Auswertung mittels künstlicher Intelligenz stattfindet. Somit können zumindest schon die häufigeren Arten bestimmt werden. Bilder von nicht ganz so häufigen Arten wie beispielsweise Wildkatze und Baummarder müssen noch in „Handarbeit“ bearbeitet werden, helfen aber, das Programm zu trainieren.


