Anzeige
missio: 100.000 Euro für Gaza
© Pixabay/Hosny Salah
Teilen: mail

missio: 100.000 Euro für Gaza

Veröffentlicht: Donnerstag, 05.12.2024 10:32

Anzeige

Das Aachener Hilfswerk missio stellt der katholischen Kirche in Gaza 100.000 Euro zur Verfügung.

Mit dem Geld wird man dort die traumatisierte Bevölkerung unter anderem mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln versorgen.

Das hat missio mit dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, bei einem Arbeitsbesuch in Aachen vereinbart. Trotz der schwierigen Lage sieht er erste Anzeichen für eine Verständigung zwischen den verfeindeten Gruppen.

Anzeige

Weitere Infos von missio:

Anzeige

„Die Menschen in Gaza kämpfen ums Überleben. Sie brauchen unsere Hilfe. Christinnen und Christen im Heiligen Land leisten als humanitäre Helfer und Brückenbauer zwischen allen verfeindeten Gruppen Großartiges“, bedankt sich missio-Präsident Pfarrer Bingener bei Kardinal Pizzaballa. Neben der Akuthilfe werde missio sie dabei in ihrem langfristigen Engagement vor allem für Kinder, Jugendliche und Frauen im Heiligen Land weiterhin unterstützen.

„Wir erleben erste kleine Gesten der privaten Verständigung und gegenseitigen Hilfe zwischen Menschen aus der traumatisierten jüdischen und muslimischen Gemeinschaft. Das ist neu und macht uns Hoffnung im Heiligen Land. Für diesen einsetzenden beginnenden Dialog an der Basis stehen wir Christen als Begleiter zur Verfügung“, sagt Kardinal Pizzaballa. „Die Kirche im Heiligen Land bleibt bei den Menschen. Wir bemühen uns inmitten von Hass und Gewalt mit aller Kraft, den Menschen in unseren Gemeinden eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.".

Kardinal Pizzaballa berichtet von einer nie gekannten Abschottung der Religionsgemeinschaften voneinander und einer toxischen Freund-Feind-Logik. Jede Konfliktpartei habe ihr eigenes Narrativ, verharre in der exklusiven Opferrolle und schaffe es nicht, sich in die Lage des anderen zu versetzen. „Der Hass ist so allgegenwärtig. Das lässt jede politische, internationale oder multilaterale Lösung derzeit beinahe aussichtlos scheinen. Umso wichtiger ist es, die einfachen Menschen in ihren Nachbarschaften oder Gemeinden vor Ort dabei zu unterstützen, sich über religiöse und politische Grenzen hinweg im Alltag zu helfen. Die kleinen Taten der Nächstenliebe schaffen Vertrauen. Jedes noch so kurze Gespräch kann helfen, den Hass zu überwinden.“

Dieser Krieg sei insbesondere für den interreligiösen Dialog im Heiligen Land ein Rückschlag. Bisher sei er eher akademisch oder zwischen führenden Vertretern der Religionsgemeinschaften geführt worden. Das reiche längst nicht mehr. „Künftig muss das Gespräche zwischen den Religionen an der Basis geführt und in der Praxis im Zusammenleben der Menschen geübt werden. Dieser Dialog muss alle Menschen erreichen. Hier müssen die offiziellen Vertreter der Religionsgemeinschaften in den Gemeinden eine größere Rolle spielen“, so Kardinal Pizzaballa.

Anzeige
Anzeige
Anzeige