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Misereor: Tut was gegen die weltweite Ernährungsarmut!
© Roland Brockmann/Misereor
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Misereor: Tut was gegen die weltweite Ernährungsarmut!

Veröffentlicht: Dienstag, 01.10.2024 09:14

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Die weltweite Ernährungsarmut ist dramatisch hoch.

Das teilt am Dienstag das Aachener Entwicklungshilfswerk Misereor im Vorfeld des Erntedankfests (6.10) und des Welternährungstags (16.10) mit.

Laut der neuen Studie "Armutslücke Welternährung" fehlen weltweit der Menschheit 2,59 Billionen US-Dollar, um sich gesund ernähren können. Die Studie hat Misereor zusammen mit Wissenschaftlern der Göttinger Georg-August-Universität erstellt.

3,1 Milliarden Menschen fehle das Geld für eine gesunde Ernährung. Die Lücke von 2,59 Billionen US-Dollar entspricht demnach nur 1,86 Prozent der globalen Einkommen, sie trenne aber zwei von fünf Menschen von einer gesunden Ernährung.

„Nachdem Menschen in Armut besonders stark von den Krisen der vergangenen Jahre betroffen waren, bleibt ihnen nun ein gerechter Anteil am wieder wachsenden Wohlstand verwehrt“, so Lutz Depenbusch, Entwicklungsökonom und Ernährungsexperte bei Misereor. Besonders kritisch sei die Situation in Subsahara-Afrika. Hier wachse die Armutslücke durchgehend seit 2019. Depenbusch warnt: “Ohne eine rasche Trendumkehr wird es immer schwieriger, den Rückstand im Kampf gegen Mangelernährung in der Region aufzuholen.“

Im Vergleich der Weltregionen weist Südasien laut der Studie mit 30 Prozent den größten Anteil an der globalen Armutslücke auf. Im Vergleich: Der Anteil von Europa und Zentralasien zusammengenommen liegt unter vier Prozent.

Pro Kopf sei die Ernährungsarmut in Mosambik am größten. Dort könnten sich 94 Prozent der Menschen keine gesunde Ernährung leisten. Neben Niedrigeinkommensländern wissen auch Länder mit mittleren Einkommen und hoher Ungleichheit große Armutslücken auf, heißt es. In Brasilien, Südafrika und Kenia zum Beispiel könne sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung keine gesunde Ernährung leisten. So fehle in Kenia 72 Prozent der Menschen das Geld für eine gesunde Ernährung. In kurzer Folge sei das Land von der COVID-Epidemie, einer Schuldenkrise, einer durch die Klimakatastrophe verstärkten Dürre und Überschwemmungen getroffen worden.

Misereor fordert vor diesem Hintergrund, den globalen Reichtum einzusetzen, um Armut zu reduzieren und durch Hunger und Mangelernährung verursachtes Leid zu beenden. „Die deutsche Bundesregierung sollte sich bei den Vereinten Nationen für den Abschluss eines globalen Steuerabkommens und ein geordnetes Entschuldungsverfahren für hoch verschuldete Länder einsetzen“, fordert der Misereor-Ernährungsexperte. „Lokale zivilgesellschaftliche Akteure, die sich bei ihren Regierungen für Menschen in Armut und Ernährungssicherung einsetzen, brauchen verlässliche Unterstützung.“

Angesicht der anhaltenden Krisenlage seien Kürzungen bei der internationalen Zusammenarbeit daher nicht vertretbar. „Das Einkommen, das Menschen weltweit fehlt, entspricht weniger als zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Es ist genug für alle da. Jetzt muss es auch dort ankommen, wo es am dringendsten gebraucht wird,“ so Depenbusch.

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