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Misereor: EU soll ambitioniertes Klima-Ziel beschließen
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Misereor: EU soll ambitioniertes Klima-Ziel beschließen

Vor dem letzten EU-Gipfel in diesem Jahr am Donnerstag und Freitag (10./11.12.2020) fordert das Aachener Hilfswerk Misereor die europäischen Spitzenpolitiker auf, ein ambitioniertes Klima-Ziel zu beschließen.

Fünf Jahre nach dem Pariser Abkommen richte die EU ihre Klimapolitik zu wenig an ihren Verpflichtungen aus dem Abkommen aus, heißt es. Die Bundesregierung solle ihre Ratspräsidentschaft dafür nutzen, dass der Europäische Rat 65 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 beschließt. Für die besonders von der Klimakrise betroffenen Länder im Globalen Süden wäre das ein Signal der Ernsthaftigkeit, meint Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel.

Deshalb sollte der Beitrag im Sinne des Pariser Abkommens höher liegen als bisher geplant: "Um ihrer historischen Verantwortung für die Klimakrise gerecht zu werden, muss die EU schneller Treibhausgasneutralität erreichen", erläutert Spiegel. Die EU könne jedoch nur so viel zusagen, wie auch von den Mitgliedsstaaten getragen wird. "Zum Abschluss seiner Ratspräsidentschaft sollte Deutschland, sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel, deshalb alles in die Waagschale werfen, um die Gipfel-Teilnehmenden zu einer Zustimmung zu bewegen."

Schnelles und entschiedenes Handeln sei unerlässlich. "Wir sind verpflichtet jetzt zu handeln, jetzt unseren CO2-Ausstoß drastisch zu verringern. Mit jedem verschenkten Jahr sinkt der Spielraum für unser Handeln. Je später wir handeln, desto gravierender werden die Klimaschäden ausfallen und desto schwieriger und teurer wird der Kampf gegen die Klimakrise und ihre Folgen", mahnt auch Kathrin Schroeder, die Misereor-Referentin für Klima und Energie.

Die Menschen in anderen Regionen der Welt spürten die Auswirkungen schon heute sehr dramatisch: Misereor-Partner berichten von immer häufigeren und stärkeren Wetterkatastrophen, die Existenzen in ganzen Regionen zerstören. Anhaltende Dürren machen den Anbau von existenzsichernden Ernten fast unmöglich. Steigende Meeresspiegel zwingen Menschen zur Umsiedlung.

"Deshalb ist es so wichtig, dass der vor fünf Jahren in Paris angestoßene internationale Prozess ehrgeizig vorangetrieben und fortgesetzt wird. Ein positives und starkes Signal aus Brüssel wäre für die Dynamik sehr förderlich", so Kathrin Schroeder.

Am 12. Dezember, dem Jahrestag des Pariser Klimaabkommens, treffen sich die Vertragsstaaten zum digitalen "Climate Ambition Summit".

Veröffentlicht: Mittwoch, 09.12.2020 12:03

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