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Misereor: Entwicklungshilfeetat nicht kürzen!
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Misereor: Entwicklungshilfeetat nicht kürzen!

Das Aachener Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit Misereor befürchtet, dass Folgewirkungen des Ukraine-Kriegs die eh schon angespannte Hunger- und Armutssituation in Ländern des Globalen Südens weiter verschlechtern.

Bei Projektpartnern im Nahen Osten und in Ostafrika zeichne sich das schon ab.

Die steigende Inflation aufgrund hoher Energie- und Lebensmittelpreise sei gerade für Menschen, die in Armut leben, lebensbedrohlich. Umso wichtiger sei es, dass der Bundestag die Entwicklungszusammenarbeit mit genug Geld ausstattet, so Misereor.

Wenn aber aufgrund von Mehrausgaben für Verteidigung sowie der wichtigen Unterstützung der Ukraine und der Millionen Geflüchteten die vorsorgende und langfristig angelegte Entwicklungszusammenarbeit nicht auch gestärkt werde, riskiere man weltweit Konflikte und unfassbares Leid aufgrund von sich zuspitzenden Hungerkrisen, wachsender Ungleichheit und Armut, sagt Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel (Foto). Kürzungen des Entwicklungsetats hätten somit auch ganz konkrete Auswirkungen auf die Kooperations- und Projektarbeit der Aachener, weil Verpflichtungen gegenüber zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen möglicherweise nicht mehr gehalten werden könnten.

Konkret bedürfe es einer Milliarde Euro mehr für die Ernährungssicherung, der Erhöhung der Klimafinanzierung auf 8 Milliarden bis 2025 und der Erhöhung der Ausgaben für die ärmsten Länder auf mindestens 0,2 Prozent des Bruttonationaleinkommens, so Spiegel weiter.

Außerdem dürften die Ansätze der gewaltfreien Krisenprävention und zivilen Konfliktbearbeitung, bei denen Deutschland in den letzten Jahren gute Fortschritte erzielt hatte, aufgrund des Kriegsgeschehens in Europa nicht in die Hinterhand geraten. Jeder Euro, den man jetzt in der Armutsbekämpfung und Friedensförderung einspare, koste Menschenleben in der Zukunft und schaffe neue Konfliktherde.

Veröffentlicht: Mittwoch, 06.04.2022 09:17

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