
Drei Expertinnen des katholischen Aachener Hilfswerks Misereor sind in Brasilien vor Ort bei der UN-Klimakonferenz COP30 in Belém.
Sie wollen in die Verhandlungen Perspektiven aus dem Globalen Süden einbringen, die sonst oft fehlen – zu Energie, Stadtentwicklung und globaler Gerechtigkeit.
Misereor-Expertin Clara-Luisa Weichelt weist zum Beispiel darauf hin, dass Stadtbewohner im Globalen Süden schon heute von Überschwemmungen oder extremer Hitze betroffen sind. Insbesondere die Menschen in Favelas und Stadtrandsiedlungen bräuchten Unterstützung und Mitsprache bei der Anpassung. Denn Klimagerechtigkeit bedeute auch Teilhabe und ein würdiges Leben in der Stadt für alle.
Anika Schroeder, Misereor-Expertin für Klima & Entwicklung, meint: „Wenn der Amazonas-Regenwald kippt, kippt nicht nur eine Region – dann ist unser globales Klima in Gefahr - die Menschen, die vom Wald leben und ihn schützen. Die COP 30 im Amazonasgebiet darf kein Schaulaufen werden, sondern daran gemessen werden, ob sie einen effektiven Beitrag zum Schutz von Klima und Wald leisten kann."
Und Madeleine Wörner, Expertin von Misereor für Energie, ergänzt: „Solange Milliarden in Kohle, Öl und Gas fließen, bleibt das Pariser Abkommen nur ein Papiertiger. Die Regierungen müssen endlich den Mut haben, die fossile Ära zu beenden – nicht sie zu verlängern.“
Aktuell fördert Misereor über 160 Projekte mit rund 44 Mio. Euro – vor allem zum Schutz indigener Rechte, gegen Umweltverbrechen und für nachhaltige Entwicklung.
(Foto: Der "Rodrigues Alves Park" ist ein brasilianisches Umweltschutzgebiet im Stadtteil Marco in der Stadt Belém, der Hauptstadt des Bundesstaates Pará.)