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Misereor: Anregungen und Kritik bei Bilanzvorstellung
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Misereor: Anregungen und Kritik bei Bilanzvorstellung

Das Aachener Hilfswerk Misereor hat Bundesregierung und EU aufgefordert, bei der Bewältigung der Corona-Folgen die ärmeren Länder des Südens stärker zu unterstützen.

Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel (Foto) hat bei der Jahresbilanz-Vorstellung gesagt, er halte umfassende Solidarität über Landesgrenzen hinweg und das Sorgetragen auch für die uns fernstehenden Menschen auf anderen Kontinenten für die Gebote der Stunde. Die COVID-19-Pandemie biete die Gelegenheit, nachhaltig umzusteuern und damit zu einer Welt zu kommen, die allen ein Leben in Würde, Gerechtigkeit und Sicherheit ermögliche, in der niemand zurückbleibt.

Der Vorsitzende der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe, Prälat Karl Jüsten, hat die jüngsten deutschen Rüstungsexporte an Länder außerhalb der NATO scharf kritisiert. Es sei völlig unverständlich, dass damit Regimes wie etwa die in Ägypten und Saudi-Arabien in die Lage versetzt würden, deutsche Waffen gegen unliebsame Gegner einzusetzen.

Misereor hat im Jahr 2019 insgesamt 232,3 Millionen Euro eingenommen und konnte damit für seine Projekt-, Advocacy- und Lobbyarbeit in aktuell 85 Ländern Asien und Ozeaniens, Afrikas und des Nahen Osten, Lateinamerika und der Karibik 100.000 Euro mehr einsetzen als ein Jahr zuvor. Die Einnahmen an Spenden und Kollekten betrugen wie im Vorjahr 57 Millionen Euro, die Zuwendungen aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung lagen bei 166,3 Millionen Euro. Die Aufwendungen für Werbung, Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit hatten im Gesamtetat einen Anteil von 6,5 Prozent.

Veröffentlicht: Donnerstag, 23.07.2020 14:16

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