
Mehr Prostituierte versuchen auszusteigen
In Aachen versuchen immer mehr Prostituierte auszusteigen. Das hat die Aachener Beratungsstelle Slowodi im Gespräch mit Antenne AC mitgeteilt. In einem normalen Jahr seien es drei bis fünf, seit Beginn der Corona-Pandemie haben bereits 17 Frauen den Wunsch nach einem Ausstieg geäußert. Grund sind oft finanzielle Not, der Wunsch zur Rückkehr ins Heimatland oder sie sind sogar von Menschenhandel betroffen. Der Ausstieg ist aber oft schwer. Menschen, die zuvor in der Prostitution gearbeitet haben, haben meistens keine guten Deutschkenntnisse, heißt es von der Beratungsstelle Slowodi. Viele der niedrigschwelligen Jobs, in denen genau die Menschen eine Chance haben, sind durch die Corona-Krise weggefallen. Zu den üblichen Schwierigkeiten zählt aber auch, dass die meisten der Prostituierten nicht offiziell bei uns angemeldet sind. Das heißt, sie haben auch keinen Zugang zum regulären Wohnungsmarkt und auch keine offiziellen Arbeitspapiere. Von den 17 Frauen, sind aktuell zehn noch im Ausstiegsprozess, sechs sind in die Heimat zurück und nur eine Frau hat wirklich den Ausstieg geschafft.
Veröffentlicht: Donnerstag, 25.02.2021 05:53