
Stand 14 Uhr
Die Besetzung des Braunkohlebaggers im Tagebau Hambach durch Klimaaktivisten ist am Montagmittag nach wenigen Stunden zu Ende gegangen. Die acht Besetzer haben den Bagger am Mittag freiwillig verlassen, berichtet ein RWE-Sprecher in Essen. Die Aktivisten hatten den Schaufelradbagger im rund 20 Kilometer von Lützerath entfernten Tagebau Hambach in den frühen Morgenstunden besetzt. Der Bagger hatte daraufhin den Betrieb eingestellt.
Nach Angaben der Protestgruppe "Gegenangriff - für das gute Leben" haben die Aktivisten mit der Aktion ihre Solidarität mit den Menschen im Dorf Lützerath zeigen wollen. Außerdem hat die Gruppe das Vorgehen der Polizei dort kritisiert und die Vergesellschaftung der Energieproduktion gefordert.
Gut vier Kilometer Luftlinie von Lützerath entfernt haben sich am Montagmorgen außerdem fünf Klimaaktivisten - darunter zwei im Rollstuhl - von einer Autobahnbrücke abgeseilt. Der Verkehr auf der A44 ist während der Aktion weitergelaufen, auf der Landstraße unter der Brücke ging dagegen nichts mehr. Auch diese Aktion ist aber nach Angaben der Polizei am Mittag beendet worden.
Nach dem vollständigen Abriss will der Energiekonzern RWE die darunter liegende Kohle abbaggern. Man erwarte, dass der Rückbau noch acht bis zehn Tage dauere, so ein Firmensprecher zur "Rheinischen Post". "Im März oder April könnte der Tagebau dann das frühere Dorf erreichen und abbaggern." (dpa)
Stand 13 Uhr
Fünf Tage nach Beginn der Räumung von Lützerath haben die zwei noch verbliebenen Klimaaktivisten den unterirdischen Tunnel unter der Siedlung verlassen. Das hat ein dpa-Reporter am Montag beobachtet. Die Aktivisten im Tunnel galten als letzte Besetzer von Lützerath.
Stand 12 Uhr
Während im Braunkohletagebau Garzweiler 2 der Weiler Lützerath seit gestern geräumt ist, führen die Klimaaktivisten ihren Kampf mit Protestaktionen weiter.
So haben am Morgen mehrere Leute im Tagebau Hambach einen der großen Schaufelradbagger besetzt. Sie haben eben angekündigt, die Besetzung jetzt zu beenden.
In Jackerath haben sich fünf Menschen von einer A44-Brücke auf die L241 abgeseilt, die Brücke ist inzwischen geräumt.
Die Tunnelbesetzer in Lützerath wollen jetzt auch aufgeben.
Stand 11 Uhr
Die Höhenrettung hat die Klimaaktivisten von der Autobahnbrücke entfernt. Insgesamt haben sich fünf Menschen abgeseilt, zwei davon im Rollstuhl, teilt die Polizei mit.
Stand 8 Uhr
Klimaaktivisten haben sich am Montagmorgen von einer Autobahnbrücke in Titz in der Nähe von Lützerath abgeseilt. Laut Polizei sind es zwei Menschen im Rollstuhl. Der Verkehr auf der Autobahn 44 darüber laufe derzeit, auf der Landstraße unter der Brücke gehe dagegen nichts mehr.
Die Brücke liegt ungefähr vier Kilometer Luftlinie von Lützerath entfernt.
Stand 7 Uhr
Im Tagebau Hambach haben Aktivisten einen Schaufelradbagger von RWE besetzt. Die Aktivisten sagen, sie wollen sich mit den Menschen im Dorf Lützerath solidarisch zeigen.
In Lützerath selbst befinden sich aktuell nur noch zwei Besetzer in einem vier Meter tiefen Tunnel. Die Räumung des Tunnels ist jetzt Aufgabe des Energiekonzerns. Die Aachener Polizei hat den Einsatz beendet und - bis auf die beiden Tunnel-Besetzer - alle Aktivisten aus dem Dorf entfernt.
Stand 6 Uhr
Polizei und Aktivisten schieben sich gegenseitig Gewaltvorwürfe nach der Demo in Lützerath zu. NRW-Innenminister Herbert Reul hat die Vorwürfe an die Beamten zurückgewiesen. Zwar werde gegen einzelne Polizisten wegen unverhältnismäßiger Gewalt ermittelt, die meisten hätten aber hochprofessionell gearbeitet.
Klimaaktivistin Luisa Neubauer sieht das am Sonntagabend bei Anne Will im Ersten anders. Für sie sah der Einsatz in keiner Weise professionell aus. Die Einsatzkräfte seien schreiend gegen Demonstranten gerannt. Unter den Aktivisten gebe es eine hohe Zahl an Verletzten.
Laut Aachener Polizei sind seit Beginn des Einsatzes mehr als 70 Polizisten und neun Aktivisten verletzt worden.