
Lambertz-Gruppe: "Positive Unternehmensentwicklung"
Veröffentlicht: Donnerstag, 21.10.2021 09:02
Die Aachener Lambertz-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2020/21 ihren Umsatz um drei Prozent auf 656 Millionen Euro gesteigert und spricht von einer positiven Unternehmensentwicklung.
Dieses Fazit hat Hermann Bühlbecker (Foto), der Alleingesellschafter der Lambertz-Gruppe, jetzt bei der Vorlage der neuen Zahlen gezogen.
Trotz der Corona-Krise und der damit verbundenen Turbulenzen am Markt gebe es eine stabile Nachfrage bei klassischen Saisongebäcken und Jahresgebäcken. Im Corona-Jahr habe es innerhalb der Lambertz-Gruppe keine Produktionsausfälle oder Lieferengpässe gegeben. Umsatzausfälle in einigen Vertriebskanälen habe man durch die gestiegene Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel kompensieren können.
Bei Herbst- und Weihnachtsgebäcken ist Lambertz laut eigenen Angaben Weltmarktführer, außerdem sind die Aachener der einzige Anbieter der deutschen Traditionsgebäck-Gruppen mit EU-Herkunftsschutz, also Aachener Printen, Nürnberger Lebkuchen und Dresdner Stollen. Die Lambertz-Gruppe sei außerdem mittlerweile deutscher Marktführer im Segment Bio-Gebäcke.
Weitere Infos der Lambertz-Gruppe zum Geschäftsjahr 2020/21:
Mit ihren Traditionssortimenten ist die Lambertz-Gruppe auch in den europäischen Nachbarländern - etwa in Österreich und in der Schweiz sowie in Osteuropa - stark vertreten. Zum Plus in der Bilanz 2020/2021 hätten auch der gestiegene Umsatz über die eigenen Online-Shopping-Kanäle und der Abverkauf über nationale sowie internationale TV-Verkaufssender beigetragen.
Die Exportquote der Lambertz-Gruppe ist im Geschäftsjahr 2020/2021 leicht auf 22,5 Prozent (Vorjahr: 23,5 Prozent) gefallen. Ursachen hierfür seien teilweise noch die negativen Auswirkungen der US-Strafzölle auf deutsche Süßgebäcke gewesen, dazu auch die Folgen des Brexit.
Die Lambertz-Gruppe liefert ihre Saison- sowie Ganzjahresprodukte weltweit in rund 60 Länder - neben Europa und den USA auch nach Mittel- und Südamerika, in den Nahen Osten, nach Südafrika und nach China. Exportschwerpunkte sind hierbei vor allem die EU-Länder, Osteuropa, Russland sowie Großbritannien und die USA. Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnten gerade auch neue Kontrakte mit Handels- und Geschäftspartnern in Asien und in Australien geschlossen werden.
Gewinner im Gesamtsortiment seien die Produktsegmente Stollen, Florentiner, Elisenlebkuchen, BIO- und Premium-Artikel gewesen, während man etwa bei Gebäckmischungen und bei Export-Produkten Rückgänge zu verzeichnen habe. Gerade Gebäckmischungen, die etwa als „Konferenzkekse“
oder in der Gastronomie/Hotellerie gerne angeboten und verzehrt werden, hätten unter den Lockdown-Maßnahmen gelitten. Weiter im Trend seien vor allem BIO-Sortimente, deren Nachfrage auch im letzten Geschäftsjahr mit einem Plus von 4 Prozent nochmals weiter angezogen sei. Das BIO-Sortiment (BIO-Haferkekse und BIO Vitalgebäck) ist im letzten Geschäftsjahr weiter ausgebaut worden.
Besonders erfolgreich entwickele sich auch das vegane Sortiment, das 2021 neu auf dem Markt kam. Die Produktklassiker mit dem V-Label, Saison- wie Jahresgebäcke, sind von der „European Vegetarian Union“ zertifiziert. Dazu gehören u.a. BIO-Hafer-Cookies, Kräuter- und Schokoprinten, Dominosteine, Herzen-Sterne-Brezeln und Magenbrot.
Bei ihren Neuheiten setzt die Lambertz-Gruppe seit 2020 wesentlich auf trendige Mini-Formate - dies gelte für Saisonprodukte und Jahresartikel. Eine zentrale Rolle spiele die neue Marke „Henry`s Snacks“ im Ganzjahressegment, die vor allem junge, genuss- und ernährungsbewusste Verbraucher anspreche. Die Snack-Range im One-Bite-Format ist in diesem Jahr um die neuen Varianten „Henry’s Snacks Cereal Bites Kokos-Kürbiskern“ und „Henry`s Snacks Cereal Bites Sesam-Sonnenblumenkern“ in BIO-Qualität erweitert worden.
Die Mitarbeiter*innenzahl ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben und hat konstant bei etwa 4.000 gelegen. Die Unternehmensgruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr insgesamt über 20 Mio. Euro investiert. Schwerpunkte waren die Bereiche IT/Digitalisierung, Produktion/Produktentwicklung/Qualitätssicherung, Rohstofflagerung, Logistik und Verpackung.
Gemäß dem Motto „Traditionen bewahren – Innovationen leben“ habe die Lambertz-Gruppe 2020 und 2021 weitere wichtige Weichenstellungen zur Zukunftsperspektive umgesetzt. Elementare Maßnahme sei die Einrichtung des neuen Geschäftsleitungsressort „Operational Excellence“, mit dem das Unternehmen nun alle Aktivitäten zur Effizienzsteigerung bündelt und zentral koordiniert. Ziel ist dabei, in kontinuierlichen Verbesserungsprozessen laufend Potenziale zur Effizienzsteigerung in den sieben Werken der Unternehmensgruppe zu erschließen. Auch die Themenschwerpunkte Digitalisierung, Vernetzung aller Produktions- sowie Steuerungsprozesse und die Ausrichtung auf eine Produktion 4.0 sind in diesem neuen Ressort angesiedelt.
Das laufende Jahr 2021 stehe wesentlich auch im Zeichen des 333jährigen Firmenjubiläums. Die Urgründung des Unternehmens geht auf die Bäckerei „Haus zur Sonne“ am Aachener Markt im Jahr 1688 zurück. Gerade ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat Lambertz die Entwicklung der Aachener Printen - etwa durch neue Herstellungsverfahren der klassischen Kräuterprinte – vorangetrieben. Später folgten weitere Innovationen – u.a. etwa mit der Erfindung der ersten Printe, die mit Schokolade überzogen wurde, und die sogenannte „Saftprinte“, mit der größere Konsumentenkreise auch außerhalb des Heimatmarktes erschlossen werden konnten.