
Die Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in Deutschland sind nicht dazu in der Lage, ihre Patienten bei Hitze angemessen zu versorgen.
Das kritisiert Professor Dr. Uwe Janssens, ärztlicher Direktor am Eschweiler St. Antonius-Krankenhaus, in scharfer Form.
Die Bundesländer müssten endllich viel Geld in die Hand nehmen und ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen, solche dringend notwendigen Investitionskosten zu übernehmen.
Aktuell - so schätzt man - würde es 21 bis 30 Milliarden Euro kosten, um die deutschen Krankenhäuser insgesamt hitzeresilient zu machen. Und wenn man jetzt sofort handeln würde, würde es rund fünf Jahre dauern, bis man davon etwas merkt, so Janssens weiter.
Die "entsetzlichen" Zustände für Hitzepatienten seien ja nichts Neues. Viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen stammen aus den 1960er und 1970er Jahren, als man den Klimawandel noch wenig beachtet hat. Und bei neueren Häusern und bei den Notaufnahmen sei ebensowenig an die steigende Hitze gedacht worden.
Dabei sei der Klimawandel ein gesellschaftliches Problem der Bundesregierung und nicht eingehaltener Klimaziele. Die Politik schaue da schon seit Jahrzehnten weg. Die Investitionsausgaben an den Krankenhäusern würden hingegen sinken - und die Krankenhäuser müssten eigentlich noch mehr Patienten behandeln, um allein ihre eigenen Kosten zu decken.
Hinzu komme, dass die Krankenhäuser selbst nicht klimaneutral arbeiten - durch die unsägliche Vermüllung der Krankenhäuser mit Plastik.
Janssens wörtlich: "Wir reiben uns verwundert die Augen, aber das ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Klimapolitik, die ihre Versprechen nicht einlöst."
Und wegen der zunehmende Überalterung der Gesellschaft seien auch künftig immer mehr Menschen von Hitze betroffen und würden zu Patienten.
