
Keupen und die "Letzte Generation"
Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat sich mit Umweltschützern der "Letzten Generation" ausgetauscht.
Dabei haben beide Seiten ein gemeinsames Ziel erkannt - nämlich so schnell und so sozial wie möglich Klimaneutralität zu erreichen.
Für Keupen ist auch klar, dass in einer Demokratie Widerstand möglich sein muss. Die Form des Protests der "Letzten Generation" findet sie zwar problematisch, die Angst vor der Zukunft nehme sie allerdings ernst, so Keupen weiter.
„Wir sind insgesamt noch viel zu langsam, die aktuellen Maßnahmen reichen nicht aus. Es gilt, die Erderhitzung unbedingt auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen“, mahnt Aachens Oberbürgermeisterin. Einig waren sich alle Beteiligten auch darin, dass eine Veränderung hin zu einer enkeltauglichen Stadt nur möglich ist, wenn möglichst viele Bürger*innen sich über die bisherigen Gremien hinaus beteiligen. „Alle Kräfte werden für die Umsetzung der Klimaziele gebraucht“, appelliert Keupen.
Deshalb unterstützt die Oberbürgermeisterin ausdrücklich das Vorhaben der Bundesregierung aus dem Koalitionsvertrag, Bürger*innenräte zu gründen. Hier gehe Aachen vorbildlich voran.
Im Herbst wird in Aachen der erste ständige Bürgerrat Deutschlands tagen, der das wichtige Klimathema aufgreifen kann. Für eine partizipative Stadtgesellschaft und um Bürger*innen aktiv in politische Prozesse einzubeziehen sei der Bürger*innenrat ein wichtiges Instrument, das weit über ein Diskussionsforum hinausgeht.
Die Vertreterinnen der Letzten Generation sprechen sich für einen Gesellschaftsrat aus. Dieser habe ein vergleichbares Ziel, weicht allerdings zum Beispiel bei der Frage der Entscheidungskompetenz von einem Bürgerrat ab. „Falls ein Gesellschaftsrat gegründet wird,“ so Keupen, „können wir unsere Erfahrung aus dem Bürgerrat sicherlich dort einbringen.“
Veröffentlicht: Dienstag, 11.04.2023 08:58