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Jugendamtselternbeirat Aachen fordert Ende der Kita-Streiks
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Jugendamtselternbeirat Aachen fordert Ende der Kita-Streiks

Der Jugendamtselternbeirat Aachen hat den Aachener ver.di-Gewerkschaftssekretär Dopatka und den Vorsitzenden des komba-Ortsverbands Aachen, Welters, in einem offenen Brief darum gebeten, die Mitarbeiter der Kitas der Stadt Aachen in Zukunft nicht weiter zum Streik aufzurufen.

Erst letztes Jahr seien die Kitas bundesweit bestreikt worden. Für die Eltern bedeutete dies neben den Einschränkungen durch Corona eine zusätzliche Belastung. Die neuen Streiks würden demnach auf dem Rücken der Jüngsten und Schwächsten unserer Gesellschaft ausgetragen.

"Als gewählte Elternvertreter repräsentativ für alle Kitas der Stadt Aachen erfahren wir von Eltern verschiedenster Kitas und Träger von den Schwierigkeiten in ihren Einrichtungen und ihren elterlichen Sorgen, zu denen aktuell (und seit 3 Jahren vermehrt) zählen:

  • Personalmangel, erhöhter Krankenstand und temporäre Einschränkung der Betreuung (kürzere Öffnungszeiten, Wegfall einzelner Tage)
  • Dauerhafte Einkürzung der Betreuung bis hin zu tage- und wochenweiser Nicht-Betreuung der Kinder (z.B. 2 Wochen Kita, eine Woche “zuhause” oder Mo, Di, Mi kann das Kind in die Kita, Do und Fr nicht)
  • Psychischer Druck bei Kita-Leitungen und Eltern sowie Unfrieden zwischen den Eltern: Wer darf die Notbetreuungsplätze (sofern vorhanden) nutzen?
  • Nachfolgende notwendige Betreuung durch die Eltern und drastische Verkürzung der Arbeitszeiten und somit auch weniger Gehalt
  • Vermehrte Betreuungsnotwendigkeit für Eltern durch (teilweise vorsichtige, teilweise vorgeschriebene) häusliche Beobachtung eines Kindes bei manifester oder drohender Krankheit inkl. Husten/Schnupfen - auch wieder zu Lasten der Arbeitszeiten
  • Massive körperliche und psychische Belastung - letztere bei Kindern auch in Studien nachgewiesen (siehe Corona-Kita-Studie der Uni Bamberg vom 1.6.20-31.12.22 oder zusammenfassender Bericht der interministeriellen Arbeitsgruppe der Bundesregierung zu den Auswirkungen von Corona auf Kinder und Jugendliche von 02/23)
  • Änderung der Arbeitszeiten auf (geringere) Teilzeitstellen, v.a. Mütter betreffend
  • Existenzängste und reale Bedrohung derselben durch die betreuungsbedingten Arbeitseinschränkungen
  • Belastung des Familienlebens, wenn Arbeitszeit / Homeoffice und Betreuung zeitgleich geleistet werden müssen und man den Kindern nicht gerecht werden kann".


Veröffentlicht: Freitag, 10.03.2023 07:00

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