
(Foto: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (Mitte), NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes (2.v.r.), Judith Pirscher, Staatssekretärin im Bundesforschungsministerium (2.v.l.) enthüllen mit Unterstützung des Vorstandsvorsitzenden des Forschungszentrums Jülich, Professor Wolfgang Marquardt (1.v.r.), und Gründungsdirektor Professor Peter Wasserscheid (1.v.l.) das Logo des HC-H2.)
Im Brainergy-Park Jülich hat NRW-Ministerpräsident Wüst am Montagvormittag das Helmholtz-Cluster Wasserstoff HC-H2 offiziell eröffnet.
Dabei handelt es sich um das aktuell größte deutsche Wasserstoff-Infrastruktur-Projekt.
Im HC-H2 will man der Welt zeigen, dass Wasserstoff in Zukunft ein alltäglicher und wesentlicher Energieträger sein kann - und gleichzeitig das Klima nur wenig belastet. Außerdem soll das Cluster zu einem Jobmotor im Rheinischen Revier werden und dort für neue Jobs sorgen, wo wegen des Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung Arbeitsplätze wegfallen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das HC-H2 bis 2038 mit einer Summe von 860 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen steuert weitere 64 Millionen Euro bei.
Das Helmholtz-Cluster Wasserstoff wächst kontinuierlich. Bis 2025 soll sich die Zahl der Mitarbeiter auf etwa 400 erhöhen und danach weiter steigen. Den Kern des HC-H2 bildet das 2021 gegründete Institut für nachhaltige Wasserstoffwirtschaft (INW) des Forschungszentrums Jülich, das seinen Sitz außerhalb des Campus des Forschungszentrums im Brainergy Park bezogen hat. Der nördlich von Jülich im Aufbau begriffene Technologie- und Gewerbepark soll sich zu einem Raum für Unternehmensgründungen, Ansiedlungen und technologische Neuerungen entwickeln und eine intensive Vernetzung der Wasserstoff-Innovationstreiber in der Region ermöglichen.
Im Fokus des HC-H2 stehen Technologien, mit denen Wasserstoff möglichst einfach, sicher und kostengünstig transportiert und gespeichert werden kann. In der Regel wird Wasserstoff dazu unter hohem Druck von bis zu 700 bar komprimiert oder bei minus 250 Grad verflüssigt. Genau da setzt das HC-H2 an. Ziel ist es, in Jülich und im Rheinischen Revier neue Speichermethoden zu demonstrieren, die ohne hohe Drücke oder tiefe Temperaturen funktionieren. Die innovativen Methoden sollen idealerweise mit schon bestehenden Infrastrukturen wie Pipelines, Tanks oder Transportern kompatibel sein.
Das HC-H2 ist das aktuell größte Strukturwandelprojekt im Rheinischen Revier sowie das größte Einzelvorhaben in Deutschland, das sich mit dem Thema Wasserstoff-Infrastruktur befasst.
Stimmen:
- Ministerpräsident Hendrik Wüst: „In Nordrhein-Westfalen arbeiten wir an Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit – dafür stehen auch das Forschungszentrum Jülich und das Helmholtz-Cluster Wasserstoff HC-H2. Gemeinsam haben wir die Chance, Nordrhein-Westfalen zum modernsten und klimafreundlichsten Industriestandort Europas zu machen. Dabei wollen wir Forschung und Wirtschaft miteinander verknüpfen und Gründungsimpulse schaffen. Gute Arbeitsplätze, soziale Sicherheit und der Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen gehören zusammen und schaffen die Grundlage für die Transformation unseres Landes.“
- Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger: „Ich möchte Deutschland zur Wasserstoffrepublik machen. Denn Grüner Wasserstoff steht für Klimaschutz, Energiesicherheit und Wohlstand. Für Deutschland ist der schnelle Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft eine riesige Chance. Diese müssen wir unbedingt nutzen. Gerade in den vom Strukturwandel betroffenen Revieren wollen wir mit Innovationen für neue Arbeitsplätze und langfristige Perspektiven sorgen. Deshalb fördert mein Haus den Aufbau des Helmholtz-Clusters für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft mit insgesamt 860 Millionen Euro. Wir wollen neue, zukunftsträchtige Wertschöpfung im Rheinische Revier ermöglichen und den Innovationsgeist in der ganzen Region stärken.“
- NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes: „Das Wasserstoff-Cluster HC-H2 ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie exzellente Forschungsergebnisse zügig in die praktische Anwendung und damit zu den Menschen gebracht werden können. Um die Innovationskraft des Clusters weiter zu erhöhen, setzen wir uns als Land sehr für den Bau eines speziell auf die Bedürfnisse von HC-H2 ausgerichteten Forschungsgebäudes mit Technikum ein. Damit soll HC-H2 zu einem zentralen Baustein beim Aufbau einer Wasserstoff-Modellregion im Rheinischen Revier werden.“
- Prof. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender Forschungszentrum Jülich: „Mit dem ,Helmholtz-Cluster für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft´ bringt sich das Forschungszentrum Jülich aktiv für das Rheinische Revier und den Strukturwandel ein. Ganz bewusst siedelt es sich im Brainergy Park Jülich an, einem Innovationsraum außerhalb des Forschungszentrums, um hier kooperativ und technologieoffen einen Ort des Fortschritts und des gelingenden Strukturwandels aufzubauen, und der Region als ein Nukleus für eine entstehende Wasserstoffwirtschaft zu dienen. Zentral wird dabei die enge Verknüpfung von Kooperationspartnern sein, die über Demonstratoren in einer Realumgebung an verschiedenen Orten im Rheinsichen Revier zu beschleunigten Innovationsprozessen führen wird. Dadurch werden neue Arbeitsplätze und neue Wertschöpfungsketten entstehen, die zu einem erfolgreichen Strukturwandel beitragen und anderen Regionen zum Vorbild dienen können.“
- Judith Pirscher, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Das Helmholtz-Cluster für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft verbindet Forschung mit einem starken Impuls für den Strukturwandel. Deshalb rufen wir Unternehmen, Forschungsinstitutionen und weitere Einrichtungen auf, Ideen für innovative Wasserstoff-Demonstrationsprojekte einzureichen. Gemeinsam können wir den Strukturwandel gestalten und die Marktchancen zukunftsträchtiger Wasserstoff-Technologien nutzen.“
- Prof. Peter Wasserscheid, Sprecher des HC-H2: „Das HC-H2 wird innovative Wasserstofftechnologien erforschen, entwickeln und realisieren. Alleinstellungsmerkmal ist dabei eine Fokussierung auf Transport- und Speichertechnologien, die existierende oder einfach installierbare Infrastrukturen für grünen Wasserstoff nutzen. Die Demonstrationsvorhaben des HC-H2 werden als Nukleus für neue unternehmerische Aktivitäten im Rheinischen Revier wirken.“
- Alexander Peters, geschäftsführender Gesellschafter NEUMAN & ESSER GROUP : „NEUMAN & ESSER ist „Enabler“ für eine grüne H2-Wertschöpfungskette – von Dekarbonisierungskonzepten über die Entwicklung, den Bau und den Service von Elektrolyseuren, Kolbenkompressoranlagen für Transport und Speicherung sowie Wasserstofftankstellen und Abfüllanlagen. Hinzu kommt die Entwicklung von Brennstoffzellen-Systemen. Mit unserer Digital-Plattform „XPLORE“ für sämtliche Komponenten bieten wir unseren Kunden eine vollständige Lifetime-Lösung. Im Schulterschluss von Wissenschaft, z.B. HC-H2, und der Industrie lassen sich die Chancen des Strukturwandels verwirklichen.“