
Mehr als eine halbe Million Menschen, über 520.000, sind 2022 bundesweit aus der katholischen Kirche ausgetreten - so viele wie noch nie. Im Bistum Aachen ist die Zahl der Kirchenmitglieder im letzten Jahr um drei Prozent zurückgegangen.
Laut dem Bistum sind hier mehr als 18.800 Menschen aus der Kirche ausgetreten und rund 10.500 Menschen wurden kirchlich bestattet. Außerdem haben sich 171 Menschen wiederaufnehmen lassen oder sind eingetreten.
Nur 3,9 Prozent der Gläubigen haben 2022 einen Gottesdienst besucht. Die Nachfrage nach den Bischöflichen Schulen sei aber ungebrochen und auch die Heiligtumsfahrt in diesem Jahr habe mehr als 110.000 Menschen verbunden. Die Zahl der Trauungen, Taufen und Erstkommunion bewegt sich nach zwei Corona-Jahren wieder auf dem Niveau von 2019.
Insgesamt leben im Gebiet des Bistums Aachen etwas mehr als zwei Millionen Menschen, 46 Prozent von ihnen sind katholischen Glaubens.
Das Bild von Kirche verändere sich weiter, so Generalvikar Andreas Frick, die Volkskirche sei passé. Stattdessen werde an unterschiedlichen Orten Gemeinschaft und Glaube gelebt.
Das Bistum Aachen setze deshalb auch konsequent seinen Veränderungsprozess fort. Strukturen würden neu aufgestellt und Fälle sexualisierter Gewalt aufgeklärt bzw. Prävention betrieben.