
IHK: Pandemie-Folgen wohl "nicht ganz so dramatisch"
Veröffentlicht: Dienstag, 24.11.2020 14:06
Bei mehr als der Hälfte der Betriebe in der Region Aachen hat die Corona-Pandemie zu einem Nachfrageeinbruch geführt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Blitzumfrage der Aachener Industrie- und Handelskammer (IHK).
Fast zwei Drittel der Unternehmer rechnen dieses Jahr mit einem Umsatzrückgang.
Für rund die Hälfte aller Befragten hat das allerdings keine negativen Auswirkungen auf ihre finanzielle Lage.
Ein Viertel berichtet von einem Rückgang des Eigenkapitals, jeder sechste von Liquiditätsengpässen. Außerdem ist knapp die Hälfte der regionalen Unternehmer momentan auch der Ausfall von Mitarbeitern eine der zentralen Herausforderungen.
Positiv: Nur noch zwei Prozent der Unternehmen sind aktuell in ihrer Existenz bedroht, das sind deutlich weniger als noch im Frühjahr: Damals haben 18 Prozent der Unternehmer angegeben, dass die Corona-Pandemie die Existenz ihres Betriebs gefährdet.
Zwei Drittel der Befragten nehmen derzeit keine staatlichen Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch. Und jeder sechste Unternehmer ist mittlerweile der Auffassung, dass sich die Corona-Pandemie voraussichtlich nicht negativ auf den eigenen Geschäftsbetrieb auswirken wird. Im Gegenteil: Fast jeder fünfte Befragte teilt mit, dass die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bislang sogar gestiegen sind.
„Alles in allem scheinen die Folgen der Corona-Pandemie für die Unternehmer in unserer Region nicht ganz so dramatisch zu sein wie noch im Frühjahr befürchtet“, sagt Michael F. Bayer (Foto unten), der Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. „Das macht Hoffnung – auch mit Blick auf das kommende Jahr.“
Als Maßnahmen zur Bewältigung der Krise setzt jeder zweite Befragte auf Einsparpotenziale, mehr Digitalisierung und Anpassungen bei Investitionen. Von staatlicher Seite wünschen sich die Unternehmer demnach vor allem weniger Bürokratie, eine bessere digitale Infrastruktur sowie mehr steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten.
Zusätzliche finanzielle Unterstützungen spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Laut Bayer wären vielen Unternehmern schon geholfen, wenn ihnen die Verwaltung entgegenkommt, indem sie etwa Gastronomen zusätzliche Außenflächen schnell genehmige oder den Aufbau von Schutzvorrichtungen gegen Wind und Kälte ohne Auflagen erlaube.
