
IHK: Langfristig weniger Geschäftsreisen
Rund 40 Prozent der Unternehmen hier in der Region planen langfristig weniger Geschäftsreisen als in der Zeit vor der Corona-Pandemie.
Das hat die IHK Aachen bei einer Umfrage unter knapp 300 Unternehmen erfahren.
Nach Ansicht des Aachener Hoteliers Wolfgang Winkler (vom Art Superior Hotel Aachen) bringt das allerdings dramatische Folgen mit sich. So verzeichne das Gastgewerbe durch fehlende Geschäftsreisende weniger Übernachtungen - und Restaurants und Einzelhandel hätten weniger Kunden.
Und das wirke sich in Summe deutlich auf die Innenstädte aus, meint Philipp Piecha, der IHK-Experte für Tourismus und Gastgewerbe.
Laut der IHK-Umfrage haben viele Betriebe, die in der Nähe von Aachen, Maastricht, Düsseldorf, Köln und Bonn liegen, in der Vergangenheit von Kongressen, Messen und Großevents profitiert. Dass das zumindest perspektivisch wieder so sein wird, geht ebenfalls aus der Umfrage hervor: Während bis Ende des Jahres nur 35 Prozent der befragten Unternehmen Vor-Ort-Veranstaltungen besuchen wollen, werden es 2022 voraussichtlich wieder 70 Prozent sein. An Kongressen und Messen wollen bis Jahresende nur 15 Prozent teilnehmen, für 2022 hat das jeder zweite Betrieb vorgesehen. Und nur 40 Prozent planen dabei auch die Organisation von Veranstaltungen und mindestens zweitägige Treffen inklusive Übernachtung.
Die Umfrage ist für die IHK ein Hinweis darauf, dass es an vielen Stellen nötig sein wird, bisher erfolgreiche Geschäftsmodelle an neue Gegebenheiten anzupassen. „Für Hotel- und Gastgewerbe ist das eine Chance, neue Zielgruppen anzusprechen“, sagt Piecha. Gleichzeitig führe kein Weg daran vorbei, dass mit Vor-Ort-Veranstaltungen, Kongressen und Messen auch vermehrt wieder Geschäftsreisende in die Region gelockt werden. „Corona-konforme Konzepte sind hier der Schlüssel“, sagt Piecha.
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.08.2021 09:02