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IHK: Firmen warten immer noch auf Corona-Hilfen
© Jörg Hempel
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IHK: Firmen warten immer noch auf Corona-Hilfen

Viele Unternehmen in Aachen und der Region warten seit Monaten auf zugesagte Corona-Hilfsgelder.

Das hat die IHK Aachen bei einer Blitzumfrage beim Handel, beim Hotel- und Gaststättengewerbe, bei der Freizeitwirtschaft und bei den Dienstleistern erfahren.

Demnach hat die Hälfte der Firmen immer noch nicht die volle Auszahlung der November- beziehungsweise Dezember-Hilfen bekommen. Und nur jeder fünfte Antragsteller hat eine Zahlung der Überbrückungshilfe III erhalten. 

„Die schleppende Auszahlung ist inakzeptabel", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer. Denn die Betroffenen stünden mit dem Rücken zur Wand. Darüber hinaus müsse weiteren notleidenden Betrieben der Zugang zu finanziellen Förderungen unbürokratisch ermöglicht werden. 

Seit Beginn der Corona-Pandemie hätten viele der von den verordneten Schließungen betroffenen Unternehmen und Selbstständigen erhebliche Umsatzeinbußen oder gar komplette Umsatzausfälle zu verkraften. Ihre finanziellen Reserven seien aufgebraucht, während Verbindlichkeiten weiterlaufen. Erschwerend komme hinzu, dass in einigen Fällen geschlossene Betriebe keinerlei Förderung beantragen können, da sie durch das Raster des staatlichen Hilfsnetzes fielen. Wer zum Beispiel im vergangenen Sommer ein Nagelstudio gegründet hat, gehe bei den Hilfen leer aus. 

Die IHK Aachen fordert deshalb eine breite Auslegung und schnelle Umsetzung des geplanten Härtefall-Fonds. 

Auch Betriebe, die durch die Corona-Pandemie Umsatzausfälle knapp unterhalb der 30-Prozent-Schwelle erlitten haben, könnten keine Überbrückungshilfen beantragen. Die Politik müsse dringend nachbessern, denn ein unverschuldeter längerer Umsatzausfall sei auch in dieser Höhe existenzbedrohend, so Bayer. Deshalb fordert die IHK Aachen, dass die Überbrückungshilfe III auch unterhalb der 30-Prozent-Marke Förderungen für betroffene Unternehmen und Selbstständige bietet. 

Jeder dritte Teilnehmer der Blitzumfrage gibt an, über die Corona-Hilfen hinaus weitere Unterstützung für den Re-Start zu benötigen. „Die betroffenen Unternehmer brauchen eine Anschubfinanzierung, damit ihnen der Re-Start gelingt“, fordert Bayer. 

Außerdem habe die aktuelle Befragung gezeigt, dass die Unternehmer noch nicht alle Nachbesserungen der Corona-Hilfen kennen. So könnten sie im Rahmen der Überbrückungshilfe III bis zu 90 Prozent Förderung erhalten, wenn sie zum Beispiel in Hygienemaßnahmen, Luftreinigung oder Digitalisierung von Geschäftsprozessen investieren. 

Um die Fördermöglichkeiten besser publik zu machen, bietet die IHK Aachen ein breites Informationenangebot für ihre Mitglieder an: von Newslettern über Webinare bis hin zu persönlichen (digitalen) Gesprächen. 

Veröffentlicht: Freitag, 12.03.2021 10:10

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