
IG BAU: Mehr Personal für die Wälder!
Die Forstleute bei uns arbeiten am Limit - die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in Aachen fordert deswegen mehr Personal für die Wälder.
Stürme, Trockenheit und Schädlinge haben dafür gesorgt, dass die Beschäftigten vom Forstwirt bis zur Revierleiterin alle Hände voll zu tun haben, um die massiven Schäden der letzten Jahre zu beseitigen. Gleichzeitig kümmern sie sich darum, die Wälder der Zukunft anzulegen, damit sie für den Klimawandel gewappnet sind.
Im Wald spiele sich seit Jahren ein „regelrechtes Drama“ ab, heißt es. An den Bäumen zeige sich schon jetzt, welche Folgen extreme Wetterereignisse und damit der Klimawandel haben. Laut Statistischem Bundesamt mussten allein im Jahr 2020 rund 14 Millionen Kubikmeter Schadholz aus den Wäldern in NRW geholt werden – 26 Mal mehr als noch vor fünf Jahren. 98 Prozent aller Schäden entfielne auf Nadelhölzer wie Fichten und Kiefern, die besonders anfällig für Hitze und Insektenbefall sind.
Der Forst sei eine Schlüsselbranche in puncto Klimaschutz. „Nachhaltig angelegte Wälder – mit gemischten Baumarten statt Monokulturen – kompensieren Millionen Tonnen CO2. Außerdem liefern sie Holz, das als klimafreundlicher Rohstoff gerade auf dem Bau immer stärker gefragt ist. Und schließlich sind die Wälder auch Erholungsorte für die Menschen, so die Gewerkschaft.
Doch ohne zusätzliches Personal dürfte sich die Lage in den kommenden Jahren weiter zuspitzen, warnt die IG BAU Aachen. Sie ruft die Waldbesitzer in der Region dazu auf, sich dringend um mehr Fachleute zu kümmern. Egal ob im Privatwald, im kommunalen Forst oder im Landesbetrieb – nur mit deutlich mehr qualifizierten Beschäftigten werde die Mammutaufgabe Waldumbau zu schaffen sein. Entscheidend seien dabei faire Einkommen und gute Arbeitsbedingungen. Azubis müssten nach ihrer Ausbildung übernommen werden.
In einer Umfrage der Forstgewerkschaft unter bundesweit 1.300 Beschäftigten der Branche gaben fast neun von zehn Befragten an, dass es im Betrieb nicht genügend Mitarbeiter gebe, um die anfallende Arbeit zu schaffen. 70 Prozent berichteten davon, durch die Arbeit „emotional ausgelaugt“ zu sein. Hinzu komme, dass ein großer Teil der Beschäftigten in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheide, ohne dass ausreichend Nachwuchskräfte in Sicht seien.
Nach Einschätzung der IG BAU sind bundesweit 11.000 Forstbeschäftigte zusätzlich nötig, um die aktuellen Aufgaben zu bewältigen. Das entspricht einer Erhöhung des aktuellen Personalschlüssels um einen Beschäftigten pro 1.000 Hektar Wald. Insgesamt gibt es in Deutschland 11,4 Millionen Hektar Wald.
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Veröffentlicht: Dienstag, 12.04.2022 09:27