
IG BAU fordert "Booster" für Neubau von Wohnungen
Bauherrn in der StädteRegion Aachen haben letztes Jahr insgesamt über 1.600 Wohnungen neu gebaut – darunter gut 360 in Ein- und Zweifamilienhäusern.
Das sind knapp 250 Wohnungen mehr als im Jahr davor, teilt die Gewerkschaft IG BAU hier bei uns mit, die sich dabei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts beruft.
Investiert worden sind für den Wohnungsneubau demnach rund 247,2 Millionen Euro.
Für das laufende Baujahr warnt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Uwe Brell vor einem Abwärtstrend: „Bauvorhaben werden auf Eis gelegt. Denn hohe Baukosten treffen auf hohe Zinsen und hohe Hürden beim Bauen durch staatliche Auflagen und Vorschriften. Das ist ein toxischer Mix für den Wohnungsbau.“ Die Kaufpreise beim Neubau seien längst „aus den Fugen geraten“ und die Mieten „klettern enorm nach oben“ – vor allem bei neu gebauten Wohnungen.
Entscheidend sei jetzt, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen“, so Brell weiter.
Gebraucht werde jetzt ein „Booster für den Neubau“ von sozialen und bezahlbaren Wohnungen. Brell appelliert an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich in Berlin für ein „massives Aufstocken der Fördergelder“ stark zu machen. Aber auch das Land Nordrhein-Westfalen sei mehr gefordert.
„Für mehr Sozialwohnungen und für mehr bezahlbare Wohnungen müsste der Staat – müssten Bund und Länder – bis 2025 mindestens 72 Milliarden Euro in die Hand nehmen, so die IG BAU - basierend auf Berechnungen von zwei Wohnungsbau-Studien, die sie beim Pestel-Institut (Hannover) und beim Bauforschungsinstitut ARGE (Kiel) mit in Auftrag gegeben hat.
Konkret werde ein Sondervermögen von 50 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau benötigt. „Nur dann kann es noch klappen, bundesweit 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr zu bauen“, sagt Brell. Zusätzlich seien 22 Milliarden Euro für den Neubau von 60.000 bezahlbaren Wohnungen dringend erforderlich. Davon profitiere schließlich auch die Städteregion Aachen.
Außerdem drängt die IG BAU auf ein „schlankeres Baugesetzbuch“: „Es geht um das Durchforsten von Gesetzen, Verordnungen und Normen, auf das die Branche seit Jahren wartet. Das muss jetzt passieren – und nicht irgendwann im nächsten Jahr“, fordert Brell.
Veröffentlicht: Dienstag, 30.05.2023 08:23