
ICE-Anschlag an Gründonnerstag: Haftbefehl gegen Aachener
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.04.2026 10:06
Gegen den 20-jährigen Mann aus Aachen, der am Gründonnerstag Sprengsätze in einem ICE südlich von Köln gezündet hat, ist Haftbefehl wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz erlassen worden.
Bei dem Anschlag sind elf Personen verletzt worden, verhaftet hat man den Aachener am Bahnhof Siegburg.
Jetzt prüfen Ermittler, ob politische Motive oder eine psychische Erkrankung hinter der Tat stecken.
Vor dem Anschlag hat der Mann ein umfangreiches Schreiben an Medienhäuser verschickt, in dem er Tötungsabsichten ankündigte.
Weitere Infos zu dem Fall:
Der Deutsche soll in Aachen an Bord des ICE gegangen sein und nach einem Zwischenstopp in Köln-Deutz die Sprengsätze gezündet haben. Fahrgäste seien durch umherfliegende Plastikkugeln aus den Sprengkörpern und Knalltraumata eher leicht verletzt worden. Um welche Art von Sprengkörper es sich gehandelt hat, werde noch untersucht.
"Wir haben unterschiedliche Dokumente zu unterschiedlichen Ideologien bei ihm gefunden", sagt eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf. Die Polizei habe die Zahl der Ermittler inzwischen aufgestockt, um das Umfeld des verdächtigen 20-Jährigen und die mehr als 100 Fahrgäste in dem Zug zu befragen. Um die Motivation zu klären, würden nun die bei einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellten Datenträger und das Handy des 20-Jährigen ausgewertet.
Der Verdächtige sei nach der Tat am vergangenen Donnerstag noch nicht psychiatrisch untersucht worden. Aus Ermittlerkreisen hieß es, ihm sei früher einmal eine schizophrene Psychose attestiert worden.
Kurz bevor der Mann aus Aachen in dem Zug Sprengsätze gezündet haben soll, habe er ein sehr umfangreiches Schreiben an mehrere Medienhäuser geschickt, so die Staatsanwältin. Darin soll es Hinweise auf politisch "rechte Tendenzen" geben, aber auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung.
Der junge Mann ist für die Polizei kein Unbekannter. Er soll als Jugendlicher allgemeine kriminelle Delikte begangen haben. Als Teil der rechtsextremen Szene sei er nicht bekannt gewesen, wohl aber durch eine einschlägige Äußerung aufgefallen, hieß es aus Polizeikreisen.
In seiner E-Mail an Medienhäuser habe der junge Mann angekündigt, Menschen töten zu wollen. Daher sitze er wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Die Mail sei am Donnerstagabend gegen 20.50 Uhr verschickt worden. Man geht davon aus, dass der 20-Jährige unmittelbar nach dem Versenden der Mail die Tat begangen habe. Der erste Notruf aus dem Zug sei gegen 20.54 Uhr eingegangen.
Neben weiteren Sprengsätzen waren bei dem Mann zwei Messer in einem Rucksack entdeckt worden. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass er bei seinem Anschlag im Zug die Messer eingesetzt habe.