
Das Handwerk im Kammerbezirk Aachen befindet sich in der Krise.
Betroffen davon ist vor allem das Bauhauptgewerbe, meldet die Aachener Handwerkskammer in ihrer aktuellen Herbst-Umfrage.
Hier in der Städtregion Aachen stellt sich die Lage aber nicht so schlecht dar wie anderswo, so Georg Stoffels, der Hauptgeschäftsführer der Aachener Handwerkskammer:
An der Herbstkonjunkturumfrage der Handwerkskammer Aachen haben sich knapp 750 Handwerksunternehmen aus der StädteRegion Aachen sowie den Landkreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg beteiligt.
Die schon im letzten Herbst prognostizierte Krise im Bauhauptgewerbe zeige sich inzwischen deutlich, speziell die im Hochbau und im Ausbau von Gebäuden tätigen Unternehmen sähen sich mit einem sinkenden Auftragsvolumen und rückläufigen Umsätzen konfrontiert, heißt es. Damit die gesamtwirtschaftlich sehr wichtige Baubranche nicht langfristig in die Krise rutsche, sei jetzt die Politik gefordert, am Bau einen "Entbürokratisierungsturbo" zu zünden, Baugehmigungen schneller zu erteilen und Förderprogramme für den Neubau und die Sanierung von Häusern auf den Weg zu bringen.
Die Gesamtstimmung des Handwerks verharrt aktuell auf dem Niveau des Frühjahrs und hat sich gegenüber dem Herbst 2023 verschlechtert. Während seinerzeit 85 Prozent der Betriebe ihre Lage als „gut“ oder „befriedigend“ bezeichneten, waren es jetzt 81 Prozent. 34 Prozent berichteten von rückläufigen Auftragseingängen und sogar 39 Prozent von gesunkenen Gesamtumsätzen. Aufgrund dieser negativen wirtschaftlichen Entwicklung musste ein Drittel der 17.500 regionalen Handwerksbetriebe seine Investitionen in Zukunftsgüter nochmal reduzieren.
Der Blick in die Zukunft ergebe erneut ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite nähmen die Sorgenfalten bei den Betrieben im Hoch- und Ausbau merklich zu. Auf der anderen Seite boomen die klimarelevanten Berufe wie Dachdecker oder Elektroniker, die vom klimagerechten Umbau der Gebäude profitieren. Auch beim Straßen- oder Schienenbau sind die Auftragsbücher weiterhin voll.
Wie die Befragung weiter zeigt, müssen sich die Verbraucher auch im nahenden Winter auf höhere Handwerksrechnungen einstellen. Knapp die Hälfte der Befragten geht von steigenden Verkaufspreisen aus, nur zehn Prozent erwarten einen Rückgang. Speziell im Kfz- und Nahrungsmittelgewerbe werden die Rechnungsbeträge aufgrund verschiedener Sondereinflüsse überdurchschnittlich steigen. Außerdem würden die stetig steigenden Lohnnebenkosten die Handwerksinflation in die Höhe treiben, denn das Handwerk habe im Gegensatz zur Industrie einen sehr hohen Personalkostenanteil.
Viele weitere Details aus der neuen Konjunkturumfrage des Handwerks im Kammerbezierk Aachen findet Ihr HIER.





