
In der StädteRegion Aachen sind allein in den ersten vier Monaten diesen Jahres vier Geldautomaten gesprengt worden. In den Kreisen Düren und Heinsberg sind es insgesamt nochmal sechs gewesen.
Die Tätergruppen kommen dabei fast immer aus den Niederlanden. Und die gehen immer brutaler vor, sagt Kriminaldirektor Detlev Boßbach vom Landeskriminalamt NRW in unserem Interview.
Warum schlagen Täter hier zu?
Bei unseren Nachbarn gibt es im ganzen Land um die 2.000 Automaten, in NRW gibt es aber knapp 11.500. Der Kriminaldirektor zweifelt an, dass auch wirkliche alle davon gebraucht werden. Das mache es den Tätern leichter, denn besonders die nicht-hochfrequentierten Automaten sind für Sprengungen anfällig.
Durch die vereinfachte Bankenstruktur sind in den Niederlanden sehr viel weniger Automaten nötig als in Deutschland.
Die Sparkasse Aachen hat jetzt nochmal vorsorglich 13 ihrer Geldautomaten vom Netz genommen. 2020 hat sie schonmal die Zahl der Automaten, die in Betrieb sind, um 15 reduziert.
Sinnvolle Schutzmaßnahmen laut LKA
Nicht nur der Abbau von kaum genutzten Automaten sei eine Schutzmaßnahme, so Boßbach.
Auch Automaten mit eingebauten Farbpatronen werden von den Tätern verstärkt gemieden.
Brutalere Vorgehensweise
Die vielen Sprengungen sind nicht nur ärgerlich für Banken, sondern auch inzwischen sehr gefährlich. Seit einigen Jahren wird nämlich starker Sprengstoff eingesetzt. Der Grund: Die Banken haben gegen Gassprengungen aufgerüstet.
Aktuell arbeitet das LKA an einer sogenannten "Risk-Map", in der alle 11.500 Automaten in NRW auf ihr Sprengrisiko bewertet werden. Die Ergebnisse sollen dann zusammen mit den Banken besprochen werden, genau wie sinnvolle Handlungsmaßnahmen.



