
Forschungsflugplatz Aachen-Merzbrück GmbH neu gegründet
Die Entwicklung des Forschungsflugplatzes Merzbrück in Würselen hier bei uns ist jetzt in den Händen der "Forschungsflugplatz Aachen-Merzbrück GmbH", die zum neuen Jahr an die Stelle der "Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH" getreten ist.
Die neue Gesellschaft sieht der Zukunft positiv entgegen.
Die verkehrsgünstige Lage mit Nähe zu den Autobahnen werde künftig ergänzt durch einen Haltepunkt an der Euregiobahntrasse und die Erschließung durch die Stadtbahn RegioTram. Die schon vollzogene Umschwenkung und Verlängerung der Start- und Landebahn bilde die Voraussetzung für eine innovative und klimaneutrale Luftfahrtentwicklung in Merzbrück. Damit sei der Standort einzigartig im Luftfahrtnetzwerk Aerospace NRW und werde der Kern des Wirtschaftsökosystems „Aviation im Rheinischen Revier“.
Als neue Partner haben die bisherigen Gesellschafter (die StädteRegion Aachen, die Stadtentwicklung Würselen GmbH & Co. KG, die Stadt Aachen und die Fluggemeinschaft Aachen e.V.) jetzt die AGIT (Aachener Gesellschaft für Technologietransfer) und die RWTH Aachen mit an Bord.
Im Verbund mit den weiteren Forschungsstandorten, dem Flughafen Mönchengladbach und dem Center for Vertical Mobility im Future Mobility Park Aldenhoven sowie im Schulterschluss mit der Aachener Kreuz Merzbrück GmbH & Co. KG will man den Standort im joint venture von Wissenschaft und Wirtschaft qualifizieren. Dabei werde der Forschungsflugplatz Basis sein für die Erprobung von am Standort entwickelten innovativen Luftfahrtprojekten.
„Insbesondere sauberer und leiser soll es in der Luftfahrt werden. Durch eine innovative Produktions-, Entwicklungs-, Test- und Zulassungsinfrastruktur wird Merzbrück einen nicht unerheblichen Beitrag dazu leisten. In Merzbrück sollen vornehmlich alternative und innovative Antriebe für Kleinflugzeuge entwickelt und getestet werden, um daraus neue Visionen für die Luftfahrt der Zukunft zu generieren. Insofern sind die neuen gesellschaftlichen Bindungen ein Gewinn, um den Flugplatz an dem Anspruch der Forschung auszurichten“, freut sich Ruth Roelen, Geschäftsführerin der Forschungsflugplatz Aachen-Merzbrück GmbH.
Für die RWTH besteht in Merzbrück eine Infrastruktur, die die hochschul- und fachbereichsüberschreitende Forschung beflügeln werde. So könne die Forschung wie auch die praxisorientierte Lehre ein Niveau erreichen, auf dem man Luftforschungsvorhaben ganzheitlich denken und viele Partner involvieren könne. So werde der Forschungsflugplatz auch einen nennenswerten Beitrag zum Strukturwandel im Rheinischen Revier leisten.
Für die Stadt Aachen und Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen schaffe man in Merzbrück "die Struktur und einen Ort für einen klimaschonenden und imissionsarmen Flugverkehr von morgen“. Dass jetzt auch die AGIT und RWTH als Gesellschafter dabei sind, biete "das Potential innovative Zukunftstechnik made in Aachen-Merzbrück zu entwickeln, die den CO2-Ausstoß im Bereich des Flugverkehrs reduzieren wird“, so Keupen weiter. Außerdem würden tausend neue Arbeitsplätze geschaffen.
Mit durchschnittlich 50.000 Flugbewegungen ist der Flugplatz Merzbrück einer der bedeutendsten Verkehrslandeplätze in NRW. Hoch innovativ sei auch der Segelflugsport mit seinem Leistungszentrum. Die seit 2021 eingesetzte Elektrowinde bringe die Segelflugzeuge mit grünem Strom umweltschonend, kostengünstig und leise auf Flughöhe und sei dabei für die Flugschüler am Platz ein guter Einstieg in den Flugsport. Die elektrisch betriebene Winde mache jährlich weit über 1.000 Motorschlepps entbehrlich - und das wirke sich positiv auf die umliegenden Wohnsiedlungen aus.
Veröffentlicht: Donnerstag, 26.01.2023 09:47