
Forensik-Straftäter gewaltbereit und wegen Sucht in Klinik
Die beiden Straftäter aus der LVR-Klinik Bedburg/Hau sind seit Ende 2019 wegen einer Suchterkrankung in der Forensik untergebracht gewesen, hat eine LVR-Sprecherin am Mittwoch mitgeteilt.
Beide haben auch Raube verübt und sind als gewaltbereit bekannt gewesen, sie haben in einer gesicherten Station gelebt.
Die Klinik wird jetzt nochmal alle Sicherheitsabläufe überprüfen.
Einen der zwei hat die Polizei erschossen, als er einen Tag nach der Flucht am Dienstagabend in Aachen eine Frau mit einem Messer bedroht hat. Der ältere der beiden, ein 43-Jähriger, sei bisher nicht nach Bedburg-Hau zurückgebracht worden, so die Sprecherin weiter.
Wie die Männer an das Messer gekommen sind, mit dem sie einen Pfleger bedroht und ihre Flucht eingeleitet haben, müsse noch geklärt werden. Das Gebäude sei von einem über fünf Meter hohen Zaun umgeben. Es gebe nur einen Zugang. Der Pfleger habe den Pförtner angesichts seiner Bedrohungslage unter einem Vorwand angewiesen, diese Schleuse zu öffnen.
"Sie können sicher sein, dass man dort jetzt alle Sicherheitsabläufe ganz genau überprüft und dass Maßnahmen eingeleitet würden, falls sich Lücken zeigen."
Es handele sich um den dritten gravierenden Fall in Bedburg-Hau. Vor drei Jahren haben zwei Insassen einen Pfleger als Geisel genommen, einer der Männer konnte den Zaun überwinden. Ende 2018 wollten Patienten ihre Freilassung erzwingen, die Polizei beendete die Tumulte.
Eine gerichtliche Unterbringung erfolgt bei psychisch Kranken, die vermindert schuldfähig oder schuldunfähig sind. Oder bei Suchtkranken, die häufig schon zuvor im Strafvollzug waren, also aus einer JVA kommen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 27.05.2020 12:03