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Finanzskandal im Bistum?
© Domkapitel Aachen/Andreas Schmitter
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Finanzskandal im Bistum?

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat gegen den Aachener Weihbischof Johannes Bündgens Anklage wegen Untreue erhoben.

Er soll die Vollmacht einer heute 78-Jährigen missbraucht und knapp 128.000 Euro auf sein Privatkonto für nicht vereinbarte Zwecke überwiesen haben, heißt es vom zuständigen Amtsgericht Kerpen. Mit dem Geld, das von Dezember 2017 bis Januar 2018 in drei Teilbeträgen geflossen sein soll, hat er laut Anklage in Aachen eine Immobilie gekauft.

Das Bistum Aachen teilt mit, Bischof Helmut Dieser sei schockiert über den Vorwurf und dränge auf vollständige Aufklärung. Bündgens habe erklärt, dass er alle seine Ämter mit sofortiger Wirkung ruhen lasse. Er sei bereit, zur «lückenlosen Aufklärung» beizutragen.

Der 63-Jährige ist unter anderem Vorsitzender des Caritasverbandes im Bistum und Kolumbien-Beauftragter. Er und die mutmaßlich geschädigte Frau sollen sich schon lange Zeit gekannt haben. Die Frau hat sich laut Infos der Staatsanwaltschaft im karitativen Bereich engagiert.

Als sich der gesundheitliche Zustand der Frau verschlechtert habe, seien dem dann eingesetzten Betreuer die Geldtransfers aufgefallen. Nachdem der Betreuer auf Rückzahlung gedrängt habe, sei mit dem Weihbischof eine Rückzahlung in monatlichen Raten von 1000 Euro vereinbart worden. Der Betreuer habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

In einer schriftlichen Einlassung habe Bündgens erklärt, dass die 128 000 Euro inzwischen komplett zurückgezahlt worden seien.

Hintergrund der Geldtransfers soll demnach ein versprochenes lebenslanges Wohnrecht für die Frau gewesen sein. Das ist nach Gerichtsangaben entgegen üblicher Gepflogenheiten im Grundbuch aber nicht vermerkt: Der Geistliche steht zwar als Eigentümer darin, aber das Wohnrecht ist nicht festgehalten worden.

Bündgens hat das Bistum erst kurz vor der Anklageerhebung über die Ermittlungen informiert, wie aus den Informationen des Bistums hervorgeht. Erst am vergangenen Dienstag hat er demnach den Generalvikar in Kenntnis gesetzt, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vor dem Abschluss stünden.

Veröffentlicht: Donnerstag, 05.12.2019 09:37

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