
Endlich: Karlspreis auch für Maria Kalesnikava
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.02.2026 10:48
Die belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kalesnikava bekommt am 14. März in Aachen endlich ihren Karlspreis von 2022.
Damals ist ihr zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo der renommierte Aachener Preis für europäisches Engagement zugesprochen worden. Weil Kalesnikava seinerzeit allerdings seit 2020 in Haft saß, hat sie die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen können.
Seit Dezember ist sie auf freiem Fuß, deswegen kann die Verleihung jetzt Mitte kommenden Monats nachgeholt werden. Vereinbart hat das Armin Laschet, der Vorsitzende des Karlspreis-Direktoriums, zuletzt bei der Münchener Sicherheitskonferenz, wo er Kalesnikava persönlich getroffen hat.
Von der Verleihung des Karlspreises an sie hat Kalesnikava damals in der Haft nicht sofort erfahren.
Die Nachricht des Karlspreises hat allerdings zunächst mal ihre Haftbedingungen verschlimmert.
In der Isolationshaft hat Kalesnikava über 700 Bücher gelesen - vor allem viel Weltliteratur. Fünf Bücher pro Woche waren nur erlaubt, sonst wären es wohl noch mehr geworden...
Dazu hat sie auch noch versucht, Lateinisch zu lernen, denn ansonsten waren Bücher in ausländischen Sprachen nicht erlaubt. Gearbeitet hat sie im Gefängnis als Näherin.
Jetzt nach ihrer Freilassung wohnt Kalesnikava in Deutschland.
Für die Zukunft ist es nach ihrer Ansicht in Europa weiterhin notwenig, der belarussichen Opposition zu helfen und entsprechende Gespräche zu führen. Ansonsten drohe Belarus durch den massiven russischen Einfluss seine Identität zu verlieren.




