
Einsatzkräfte im Dauereinsatz
Update 17:45 Uhr:
Aufgrund der dramatischen Geschehnisse der vergangenen Tage beendet Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen ihren Urlaub vorzeitig und wird sich am Freitag persönlich ein Bild der Lage vor Ort in Kornelimünster machen. Gegen 16 Uhr will sie sich dort im stark vom Hochwasser getroffenen historischen Ortskern an der von der Stadt eingerichteten Anlaufstelle ein Bild machen und mit Anwohnerinnen und Anwohnern direkt ins Gespräch kommen, wie weitere mögliche Hilfsmaßnahmen aussehen können.
Update 17:00 Uhr:
In Eschweiler ist aktuell eine Trinkwasserleitung gebrochen, die die Eschweiler Innenstadt versorgt. Derzeit ist noch nicht klar, wo die Schadstelle liegt und daher auch nicht, wie lange eine Behebung des Schadens andauern wird. Die Trinkwasserversorgung ist in der Innenstadt damit nicht mehr gegeben. Zwischenzeitlich hat das THW die Verteilung von Trinkwasser in dem betroffenen Gebiet übernommen und sichergestellt.
Update 15:44 Uhr:
Wegen des Dauerregens von gestern und heute sind auch bei uns in der StädteRegion die ersten Talsperren kurzzeitig übergelaufen. Dazu zählen unter anderem die Dreilägerbachtalsperre in Roetgen und die Kalltalsperre in Simmerath. Laut dem Wasserverband Eifel-Rur muss aber kein Wasser abgelassen werden.
Dennoch gilt: Erst bei abklingenden Regenfällen sinken die Pegelstände in den Talsperren wieder - das geht aber nicht besonders schnell, da noch Wasser aus den Flüssen nachfließt, heißt es. Aktuell sind die Böden in der StädteRegion stark gesättigt. Deswegen ist auch mit weiteren Überschwemmungen zu rechnen.
Update 14:54 Uhr:
Inzwischen ist die Bundeswehr in Stolberg eingetroffen, um bei Bergungsarbeiten zu helfen. Außerdem wird dazu geraten das Trinkwasser in Stolberg abzukochen. Durch die Wassermassen sei auch das Versorgungsnetz der enwor beschädigt worden, heißt es von dem Energie und Wasserversorger.
Update 14:15 Uhr:
In Stolberg nutzen bereits Kriminelle die Hochwasserlage aus: Es sei zu einzelnen Plünderungsversuchen von Geschäften gekommen, hat ein Polizeisprecher mitgeteilt. Demnach hatten in drei Fällen Zeugen gemeldet, dass sich Personen in überschwemmten Läden befänden. Die Polizei nahm an einem Juweliergeschäft einen Verdächtigen fest.
Als die Beamten an den anderen Tatorten - einem Supermarkt und einer Drogerie - eintrafen, sind demnach mehrere Unbekannte geflüchtet. Ob etwas gestohlen wurde, war zunächst unklar. Eine Hundertschaft der Polizei sei nun in Stolberg, um die verlassenen Wohnhäuser und Geschäfte vor Plünderungen zu schützen.
Update 13:30 Uhr:
Weil die Lage in der StädteRegion Aachen weiter angespannt ist, haben viele Städte und Gemeinden inzwischen eine Vermittlungsstelle für Spontanhelfer eingerichtet. An die können sich alle wenden, die anderen in Not helfen wollen.
Aktuell sind in der gesamten StädteRegion rund 1.000 Kräfte der Feuerwehr, des THW und weiterer Hilfsorganisationen im Einsatz.
In Aachen habe sich die Lage inzwischen stabilisiert - dennoch herrsche weiterhin ein hohes Einsatzaufkommen, heißt es von der Feuerwehr.
Vor allem Kornelimünster sei betroffen.
Eschweiler, Herzogenrath und Stolberg sind die Flüsse über die Ufer getreten. Auch ohne Regen werde es Tage dauern, bis das Wasser wieder auf den Normalpegel zurückgegangen ist, sagt die Feuerwehr. Die Inde hat zum Beispiel aktuell einen Pegel von 3 Metern.
UPDATE 11:45 Uhr:
Die Feuerwehr in Monschau kann wegen sinkender Pegelstände mit der Schadensaufnahme beginnen. Bauhof-Mitarbeiter beseitigen Gegenstände von Straßen und Nebenanlagen. In der Laufenstraße vor dem Amtsgericht Monschau ist die Straße weiterhin gesperrt. Dort ist der Straßenbelag von den Wassermassen beschädigt worden. Weitere Straßensperrungen können nach derzeitigem Stand aufgehoben werden.
UPDATE 10:30 Uhr:
In der Stadt Eschweiler gibt es gerade eine aktuelle Meldung bitte Trinkwasser abzufüllen. Grund ist ein Trinkwasserbehälter im Stadtwald, der gegen Mittag leerlaufen soll, heißt es von der Stadt. Da wo die Trinkwasserversorgung noch sichergestellt ist, soll Trinkwasser abgefüllt werden. Egal ob Flaschen, Eimer oder auch Badewannen. Die Regionetz ist vor Ort und versucht das Problem zu beheben.
In Stolberg ist eine Person in seinem Auto vermutlich wegen der Wassermassen verstorben. Eine Bergung der Person ist aktuell noch nicht möglich, teilen die Krisenstäbe mit. Außerdem wird noch eine Person in Eschweiler am Tagebau vermisst.
UPDATE 10:00 Uhr:
Wegen des starken Regenfalls in der StädteRegion Aachen sind die Einsatzkräfte auch weiterhin im Dauereinsatz. In Teilen Stolbergs, Eschweiler und Kornelimünster gibt es weiterhin keine Stromversorgung, teilt die Regionetz mit. In Rott und Teilen von Roetgen ist aktuell auch die Gasversorgung unterbrochen. Grund dafür ist eine eingestürzte Brücke, die die Gasleitung beschädigt hat.
Die StädteRegion hat eine Vermittlungsstelle eingerichtet. Darüber können Menschen ihre Hilfe anbieten. Ab sofort und rund um die Uhr steht das Deutsche Rote Kreuz unter der Hotline: 02405-6039338 oder per Mail: hochwasserhilfe@drk-aachen.de zur Verfügung.
UPDATE 9:00 Uhr:
Die Einsätze dauern weiter an. Die Feuerwehren beraten aktuell neu über die Lage. Im Laufe des Vormittags kommen weitere Hilfen aus anderen Städten und Bundesländern in die StädteRegion Aachen. Eine dringende Bitte an alle: Bitte verlasst das Haus nicht, wenn ihr nicht unbedingt müsst. Besonders in Stolberg, Eschweiler, Herzogenrath und der Eifel kommt es noch zu vielen Überschwemmungen.
Auch der Bahnverkehr ist massiv beeinträchtigt. Der Aachener Verkehrsverbund meldet Gleisüberspülungen, Fahrbahnstörungen und Beschädigungen an Betriebsanlagen. Auch der Schienenersatzverkehr ist nicht überall möglich. Eine Übersicht der Ausfälle gibt es HIER.
Wegen des starken Regenfalls in der StädteRegion Aachen sind die Einsatzkräfte auch in der gesamten Nacht im Dauereinsatz gewesen. Die Leitstellen melden heute Morgen weitere Überschwemmungen.
Besonders im Bereich Stolberg, Eschweiler, Aachen-Kornelimünster und Monschau treten weiterhin Wassermassen in die Städte.
Die Busse der ASEAG werden heute teilweise nicht fahren können. Wegen der überfluteten Straßen ist ein Durchkommen besonders in Stolberg und Eschweiler nicht möglich. Auch in den anderen Orten der StädteRegion können Fahrten ausfallen, heißt es vom Busunternehmen.
Stadt Aachen:
Die Lage in der Stadt Aachen ist stabil, aber weiterhin angespannt, heißt es am Morgen von der Leitstelle. Weil die Inde am Mittwochnachmittag übergelaufen ist, sind um die 180 Menschen in Kornelimünster evakuiert worden. Die Inde wird im Bereich der Altstadt weiter kontrolliert.
Derzeit sind noch viele Einsatzstellen von den Feuerwehren unbearbeitet. Dabei handelt es sich oft um vollgelaufene Keller und Straßen. Diese können erst im Laufe des Morgens behoben werden. Die Aachener Einsatzkräfte bekommen Unterstützung aus dem Münsterland sowie von der Bundeswehr.
Stadt Eschweiler:
In Eschweiler wird das Krankenhaus seit einigen Stunden nur noch mit Notstrom versorgt. Weil das Gebäude komplett vom Wasser eingeschlossen ist, ist der Hauptstrom ausgefallen. Laut Feuerwehr sind die Patienten sicher - Angehörige müssen sich keine Sorgen machen.
Die Feuerwehren in der gesamten Region bitten die Menschen zu Hause zu bleiben und sich wenn möglich in oberen Stockwerken aufzuhalten. Immer wieder sind Menschen draußen unterwegs, die die Situation beobachten oder filmen.
Die Inde hat am frühen Morgen einen Pegel von 3,36m.
Rund 130 Einsatzkräfte sind hier derzeit im Einsatz. 168 Feuerwehrmänner und -frauen aus dem Münsterland unterstützen die Einsatzkräfte schon. Aus Niedersachsen kommen im Laufe des Tages weitere Unterstützer.
Für alle Anliegen, die kein direkter Notfall sind, können sich Eschweiler hier melden: 02403 8889100.
Die Stadt Eschweiler hat in der Nacht den Katastrophenfall ausgerufen.
Stadt Stolberg:
Der Vichtbach in Stolberg ist schon gestern massiv über das Ufer getreten. Vicht, Zweifall und die Innenstadt Stolberg stehen unter Wasser. Die Feuerwehr bittet die Menschen, in ihren Häusern zu bleiben. Auch wenn Keller voller Wasser sind, soll sich dort keiner aufhalten. Das ist zu gefährlich, heißt es von der Feuerwehr.
Seit 2 Uhr in der Nacht hat es keine großen Regenfälle mehr gegeben, trotzdem ist die Lage noch kritisch.
Das Bethlehem Krankenhaus ist mindestens heute nicht für Besucher erreichbar. Außerdem soll die Innenstadt gemieden werden. Im Laufe des Mittags kommen noch Hubschrauber, Boote und weitere Einsatzkräfte aus ganz NRW zur Unterstützung.
Die Stadt Stolberg hat in der Nacht den Katastrophenfall ausgerufen.
Stadt Herzogenrath:
Auch die Wurm ist im Bereich der Innenstadt übergeschwappt. Die umliegenden Straßen sind gesperrt. Die Feuerwehr hat aktuell keine freien Kapazitäten mehr, um vollgelaufene Keller frei zu pumpen. Deshalb soll man die Notrufnummer nur im wirklichen Notfall anrufen. Um vollgelaufene Keller wird sich im Laufe des Tages gekümmert, wenn sich die Lage etwas beruhigt hat.
Gemeinde Roetgen:
In Roetgen stellt die Feuerwehr im Gerätehaus Sandsäcke für Menschen zur Verfügung. Die können durchgängig abgeholt werden. Die Lage in Mulartshütte ist derzeit noch sehr angespannt. Im Vichtbach fällt der Pegel nur leicht.
Veröffentlicht: Donnerstag, 15.07.2021 04:19