
Ehemaliger EZB-Chef: Karlspreis 2026 geht an Mario Draghi
Veröffentlicht: Samstag, 17.01.2026 13:21
Der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank und frühere Ministerpräsident Italiens erhält den Karlspreis 2026. Damit wird er Nachfolger von Ursula von der Leyen. Das gaben Armin Laschet, der neue Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, und Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons am Samstagmittag bekannt.
Begründet wurde die Entscheidung vor allem damit, dass Europa wirtschaftlich wieder wettbewerbsfähiger werden müsse, auch um nicht zum Spielball der USA und anderer Mächte zu werden. Draghi sei dafür ein besonders geeigneter Preisträger.
2024 veröffentlichte er den sogenannten „Draghi-Report“. Darin wird gewarnt, dass Europa wirtschaftlich und technologisch gegenüber den USA und China zurückfällt und dadurch seine politische Handlungsfähigkeit verliert. Der Bericht fordert massive Investitionen, weniger Bürokratie und ein deutlich stärker koordiniertes Vorgehen der EU, um Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und strategische Unabhängigkeit zu sichern. Kernaussage ist: Europa muss jetzt entschlossen handeln und nicht erst in der nächsten Krise.
Armin Laschet führte auf der Pressekonferenz die Begründung des Direktoriums weiter aus. Beim Karlspreis gehe es immer darum, ob Leistungen der Vergangenheit gewürdigt oder Visionen für die Zukunft ermutigt würden. Draghi vereine beides. Mit der Wahl von Draghi zum neuen Karlspreisträger werde außerdem ein wichtiges Zeichen gesetzt, so Laschet.
Als Ziemons und Laschet am Samstagmorgen mit Draghi telefonierten und ihm die Entscheidung mitteilten, habe er sich sehr ergriffen gezeigt, sagten sie. Er habe sich sehr gefreut. Am 14. Mai kommt Draghi nach Aachen und erhält dort den mit einer Million Euro dotierten Karlspreis.
Die komplette Begründung des Karlspreisdirektoriums gibt es HIER. Die Pressekonferenz inklusive Videobotschaft von Draghi findet ihr HIER.


