
Die Lage nach dem Hochwasser - Montag, 02.08.2021
Nach wie vor beschäftigt uns die Lage nach dem Hochwasser. Hier findet Ihr die Updates vom Montag.
Veröffentlicht: Montag, 02.08.2021 05:38
Update 16:00 Uhr: St. Antonius-Hospital Eschweiler legt wieder los
Im vom Hochwasser in Eschweiler stark betroffenen St. Antonius-Hospital gehen die Lichter langsam wieder an. Das Brandschutzkonzept für die Wiederinbetriebnahme ist vom Bauordnungsamt und der Feuerwehr genehmigt worden. Jetzt kann morgen am Dienstag das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) mit einem Sondereingang an der Englerthstraße wieder seine Arbeit aufnehmen. Und ab Mittwoch (3.8.21) sind die ersten klinischen Ambulanzen wieder in Betrieb. Das gilt für die Unfall– und die Orthopädische Chirurgie, die Allgemeinchirurgie, die Gefäßchirurgie sowie die Gynäkologie. Das St. Antonius-Hospital kann aber zunächst nur Terminsprechstunden nach vorheriger telefonischer Vereinbarung anbieten. Die aktuellen Hotline-Nummern findet man auf der Website des Hauses unter www.sah-eschweiler.de. In der Urologie und der Plastischen Chirurgie arbeitet man auch schon wieder in den benachbarten Kooperations-Kliniken der Region.
(Foto: Ab Dienstag, dem 2. August per telefonischer Voranmeldung wieder am Start: das Team des Medizinischen Versorgungszentrums MVZ im SAH. Weitere Klinikambulanzen folgen. (Foto: SAH))
Update 15:30 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat und Finanzminister Olaf Scholz besucht Stolberg / Laschet in Swisttal / Stolberg zahlt zweite Soforthilfe
Der Kanzlerkandidat der SPD, Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz, kommt morgen am Dienstag nach Stolberg. Er will sich ein Bild von der Hochwasserlage dort machen. Dabei trifft er sich mit Bürgermeister Patrick Haas, NRW-Ministerpräsident (und CDU-Kanzlerkandidat) Armin Laschet, Städteregionsrat Tim Grüttemeier und der Eschweiler SPD-Bundestagsabgeordneten Claudia Moll. Die Politiker werden zunächst einige betroffene Stolberger Unternehmen besuchen und dabei über mögliche Unterstützung des Bunds sprechen. Danach steht ein Rundgang durch die vom Hochwasser betroffenen Gebiete auf dem Plan. Nach dem Besuch in Stolberg reist Scholz weiter in die Eifel nach Schleiden.
Bei einem Besuch von Hochwasser-Gebieten heute in Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis ist Armin Laschet in Bedrängnis geraten. Dort haben betroffene Anwohner ihrem Ärger Luft gemacht. Sie haben fehlende Hilfe vor Ort beklagt und Laschet und der Landesregierung Versagen vorgeworfen. Bei dem Termin hat Laschet sich aber auch für eine Sonderregelung der Insolvenzordnung zugunsten der Hochwasseropfer ausgesprochen. Wer seine Zahlungsfähigkeit infolge der Unwetterkatastrophe kurzfristig verloren habe, sollte nicht zum Insolvenzrichter gehen müssen, so der Aachener. Er will eine entsprechende Rechtsveränderung bei der Bundesregierung erwirken. Demnach sollte die Pflicht zur Anmeldung der Insolvenz ausgesetzt werden, "bis die unmittelbare Not überwunden ist".
Um die Hochwasser-Opfer in Stolberg weiter zu unterstützen, zahlt die Stadt eine zweite Soforthilfe aus. Die entsprechenden Formulare stehen ab Mittwoch auf der Homepage der Stadt Stolberg und an allen Geschäftsstellen der Stadtverwaltung zur Abholung bereit. Die Dokumente müssen dann persönlich in diesen Außenstellen auch wieder abgegeben werden. Die Auszahlung erfolgt via Überweisung.
- Anspruchsberechtigt sind sämtliche Adressen im Stolberger Stadtgebiet, die einen Hochwasserschaden zwischen 1.000 Euro und 5.000 Euro glaubhaft machen können (ab einem Schaden von 5.000 Euro greifen Landeshilfen). Alle, die schon Leistungen im Rahmen der Hochwasser-Soforthilfe 1 (vom 22./23.7.21) erhalten haben, sind von der Hochwasser-Soforthilfe 2 ausgeschlossen. Die Anspruchsberechtigung wird stichprobenweise überprüft. Genau wie bei der ersten Soforthilfe erhalten Haushalte, der nur eine Person angehören, einen Einmalbetrag von € 250,00, Haushaltsgemeinschaften mit bis zu fünf haushaltsangehörigen Personen erhalten einen Einmalbetrag von € 500,00, Haushaltsgemeinschaften mit mehr als fünf haushaltsangehörigen Personen erhalten einen Einmalbetrag von € 750,00.
- Die Finanzierung erfolgt aus den Beständen des Spendenkontos Hochwasserhilfe der Kupferstadt Stolberg (Rhld.) sowie aus der Soforthilfe der Städteregion Aachen und falls erforderlich außerplanmäßig aus allgemeinen Haushaltsmitteln.
- Hinweis auf Landeshilfen: Für private Schäden ab 5.000 Euro greifen die Hilfen von Land und Bund. Zusätzlich zu einem Sockelbetrag von 1.500 Euro pro Haushalt stehen für jede weitere Person aus dem Haushalt 500 Euro bereit. Insgesamt werden an einen Haushalt maximal 3.500 Euro ausgezahlt. Neben vielen Bürgerinnen und Bürgern hat das Unwetter auch zahlreiche Unternehmen, Gewerbetreibende und freiberuflich Tätige getroffen. Um auch ihnen zu helfen und die finanziellen Belastungen zu mildern, kann für jede betroffene Betriebsstätte eine Billigkeitsleistung in Höhe von 5.000 Euro abgerufen werden. Damit können erste Ausgaben für Räumung und Reinigung oder den provisorischen Wiederaufbau von Betriebs- und Geschäftseinrichtungen bestritten werden. Unter dem folgenden Link stehen die Anträge für die Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibenden und weiteren Berufsgruppen zum Download bereit: https://www.land.nrw/soforthilfe. Betroffene erhalten auch diese Antragsvordrucke ausgedruckt in der Stadtverwaltung Stolberg und können die ausgefüllten Dokumente auch dort wieder abgeben (Ökumenisches Gemeindezentrum, Frankentalstraße 18).
Update 11:30 Uhr: Regionetz warnt vor Betrügern
Der Netzbetreiber Regionetz warnt vor Betrügern in den Hochwassergebieten. In den letzten Tagen hätten sich vermehrt Kunden gemeldet, dass Personen von Tür zu Tür gehen und anbieten, die Strom- und Gaszähler wieder in Betrieb zu setzen. Die Regionetz weist ausdrücklich darauf hin, dass solch eine Inbetriebsetzung nur von zugelassenen Elektroinstallationsbetrieben durchgeführt werden darf. Kunden sollten sich im Zweifelsfall einen entsprechenden Nachweis vorlegen lassen. Eine Liste mit zugelassenen Installateuren findet Ihr HIER. Wer weitere Fragen hat, kann sich gerne bei der Regionetz unter 0241 41368-5888 melden.
Aufräumarbeiten in Stolberg kommen voran / Kostenloses AVV-Monatsticket auch für Eschweiler
Die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Stolberg gehen zügig voran. Inzwischen wurden auf der Rathausstraße die ersten Abschnitte provisorisch geteert. Auch ein Großteil der Straßenlaternen sind inzwischen wieder in Betrieb. Nur in den besonderes betroffenen Gebieten um den Steinweg und die Salmstraße herum konnten bisher nur provisorische Straßenbeleuchtung installiert werden. Dort müssen viele Masten komplett erneuert werden. Etwas länger dauern werden die Arbeiten am Stolberger Hauptbahnhof. Da sind die Aufzüge im Bereich der Bahnüberquerung sind wegen der Hochwasserschäden aktuell nicht nutzbar. Ein Totalschaden der Aufzüge ist derzeit nicht auszuschließen. Die Arbeiten können mehrere Monate dauern. Das Maß der Beschädigung wird aktuell geprüft.
Wie schon in Stolberg bekommen auch Hochwasser-Betroffene aus Eschweiler ein kostenloses ASEAG-Monatsticket. Das kann ab heute im Eschweiler Rathaus abgeholt werden. Die Tickets gelten für das gesamte AVV-Gebiet und sind bis zum 01.09.2021 gültig. Sie haben einen Wert von 190 Euro, sind personalisiert und können nicht weiterverkauft werden. Bitte bei der Abholung des Tickets ein Ausweisdokument mitbringen!
Die Abholzeiten:
- Montag-Mittwoch, 08.30 Uhr-12.00 Uhr und 14.00-15.30 Uhr
- Donnerstag, 08.30 Uhr-12.00 Uhr und 14.00-17.45 Uhr
- Freitag, 08.30 Uhr-12.00 Uhr

