
Update 15 Uhr: Eschweiler baut Wasserstationen wieder ab / Bescheinigungen für Versicherungen / Bundesehr-Einsätze / Stadtarchiv Eschweiler
Weil in ganz Eschweiler jetzt die Trinkwasserversorgung wiederhergestellt ist, werden in der Stadt seit 15 Uhr heute Trinkwasser Entnahmestationen geschlossen und abgebaut. Die Stadt sagt nochmal "Danke!" an die DLRG (OG Eschweiler e.V.), ans THW und an alle weitere freiwilligen Helfern bedanken, die dabei tagtäglich im Einsatz waren!
Um beispielsweise Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen oder finanzielle Hilfen zu beantragen, brauchen viele Hochwasser-Opfer hier bei uns eine behördliche Bescheinigung. Die StädteRegion Aachen wird diese Bescheinigungen für Stolberg und Eschweiler unaufgefordert per Post übersenden. Die rund 30.000 Briefe sollen kommende Woche im Briefkasten oder in der nächstgelegenen Abholstation bereit liegen. Wer bis Mittwoch noch kein Schreiben bekommen hat, kann sich per Mail an hochwasserbescheinigung@staedteregion-aachen.de wenden. Es wird jedoch dringend darum gebeten, nicht vor Mittwoch nach den Bescheinigungen zu fragen. In Roetgen wird die Gemeinde die Hochwasserbescheinigung in eigener Zuständigkeit an die Betroffenen verteilen.
Die Hilfe der Bundeswehr nach der Hochwasserkatastrophe wird nochmal von der StädteRegion gelobt. Besonders, wenn schweres Gerät wie Bergepanzer, Schwenklader oder Kräne gebraucht wurde und wird, ist die Truppe beim Erhalt oder der Wiederherstellung der Infrastruktur dabei. So war es auch in den vergangenen acht Tagen. Die Bundeswehr ist mit rund 50 Kräften jeden Tag in den betroffenen Städten Eschweiler und Stolberg im Einsatz, anfangs auch in Kornelimünster. In Eschweiler war die Bundeswehr unter anderem bei der Evakuierung und den Lebensrettungsmaßnahmen im St. Antonius-Hospital im Einsatz. Darüber hinaus unterstützt sie dabei in Absprache beide Städte bei der Wasserversorgung, bei der Logistik und Verteilung von Hilfsgütern und bei der Räumung von Straßen, Rettungswegen und Flüssen mit schwerem Gerät. In Stolberg halfen sie zudem bei der sofortigen Räumung des Altenheims Itertalklinik sowie der Rettung des Stadtarchivs.
Auch in Eschweiler sind das Stadtarchiv und die städtische Kunstsammlung von der Hochwasserkatastrophe betroffen. Laut der Stadt sind aktuell viele, auch auswärtige, Helfer dabei, gemeinsam mit der LVR-Archivberatungsstelle zu retten, was zu retten ist.
Update 13 Uhr: Wasser-Update Stolberg / Gewerkschaften für großen Wiederaufbaufonds
In Stolberg kommt stellenweise immer noch relativ wenig Wasser aus den Leitungen. Das liegt laut der enwor daran, dass die Schäden am Trinkwassernetz bisher oft nur provisorisch repariert werden konnten und das Pumpwerk an der Von-Werner-Straße noch nicht wieder in Betrieb ist. Die enwor hofft, dass das Pumpwerk Anfang kommender Woche wieder laufen kann. Die Stolberger Feuerwehr Stolberg hat heute Duschcontainer und Waschzelte an verschiedenen Standorten in Stolberg eingerichtet.
Angesichts der Hochwasserschäden in den Betrieben haben die Gewerkschaften hier bei uns eigene finanzielle Hilfsangebote aufgestellt. Sie hoffen jetzt außerdem auf schnelle Hilfe von Bund und Land, sagt Martin Peters von der IG Metall Düren/Stolberg. Allein in Stolberg sind 1.700 Beschäftigte aus der Metall und Elektro Industrie vom Hochwasser betroffen. Peters fordert "für die nahe Zukunft einen Wiederaufbaufonds für die Industrie in Stolberg und Eschweiler in Höhe von 100 Millionen Euro. 80 Millionen Euro sollen als direkte Finanzhilfen an die Unternehmen gehen, wo die Versicherungssummen nicht reichen, und 20 Millionen Euro als Bürgschaftsprogramm, damit die Unternehmen sofort in die Lage versetzt werden, mit guten Konditionen Material für den Wiederaufbau zu beschaffen."
Update 11:30 Uhr: Vorbereitungen auf möglichen Starkregen / Straßen in Aachens Süden / WLAN-Hotspots Stolberg
Im Vorfeld der nur punktuellen Gewitter mit Starkregen am Wochenende arbeiten die Behörden eng zusammen. Der Aachener Krisenstab für außergewöhnliche Einsätze (SAE) und der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) haben sich heute noch mal abgestimmt. In den letzten Tagen sind alle kritischen Stellen entlang der Gewässer begutachtet und alle größeren Abflusshindernisse entfernt worden. Die Hochwasserrückhaltebecken auf Aachener Stadtgebiet sind demnach intakt. Die Meldeketten hat man auch nochmal geprüft, sie funktionieren. Alle zuständigen Stellen stehen miteinander im Kontakt, um bei Bedarf schnell reagieren und die Bevölkerung informieren zu können.
Die Talsperren, Flüsse und Bäche hier bei uns sind in der Lage, mit dem Regenwasser am Wochenende fertig zu werden:
Der Aachener Stadtbetrieb fährt seit einer Woche unzählige Sonderschichten in Aachen und der Region und hilft vor allem in den Nachbarkommunen Stolberg und Eschweiler, um die massiven Schäden mit aufzunehmen und zu begutachten. Der Stadtbetrieb unterstützt bei der Entsorgung der Sperrgut- und Müllberge und der Straßenreinigung. Dafür sind täglich dutzende Kräfte und Fahrzeuge vor Ort.
Sperrungen und Einschränkungen in Aachen in Folge des Hochwassers:
- Der verlängerte Teil der Dorfstraße über die Straße Bechheim (Sehenswürdigkeit: Mönchsfelsen) in Hahn ist vom Hochwasser komplett zerstört worden und kann nicht mehr befahren werden. Die Verbindung ist gesperrt und muss umfänglich saniert werden.
- Die Hahner Straße entlang der Inde im Ortsteil Hahn wurde ebenfalls überschwemmt. Der Stadtbetrieb ist dabei akute Schäden zu beheben, um kurzfristig eine uneingeschränkte Nutzung der Straße wieder gewährleisten zu können. Am gestrigen Donnerstag (22. Juli) musste die Straße auf einer Länge von rund 20 Metern zudem einseitig gesperrt werden. Nachdem das Wasser in den vergangenen Tagen ausreichend genug zurückgegangen war, konnte die Ufermauer nun von Experten genau unter die Lupe genommen werden. Die Prüfung hat ergeben, dass das Gemäuer auf einer Länge von rund 15 Meter stark ausgespült worden ist. Neben der einseitigen Sperrung für den Pkw-Verkehr ist ein Not-Fußgängerweg eingerichtet worden. Zuvor hatte der Stadtbetrieb bereits akute Schäden an der Fahrbahnoberfläche geflickt.
- Gleiches wie für die Hahner Straße gilt für die Straße Friesenrather Weg, auch hier gab es Schäden im Fahrbahnbereich, welche voraussichtlich bis zum Wochenende instandgesetzt sein sollten.
- Die Zufahrt Eisenhütte hin zur Itertalklinik ist durch Schäden an einem Bauwerk des Wasserverbandes am Iterbach und dadurch resultierende Ausspülungen beschädigt worden. Der Wasserverband hat die Schäden in Abstimmung mit dem Stadtbetrieb vorerst soweit regulieren können, damit die Erreichbarkeit der Klinik gewährleistet ist.
- Die Wanderbrücke im Klauserwäldchen, die über die Inde führt, ist durch das Hochwasser komplett zerstört worden. Auch die dort nah am Indebett verlaufenden Wege hat die Flut stark beschädigt, teilweise sind sie aus- oder weggespült worden. Der Bereich ist daher komplett gesperrt und wird nach erster Einschätzung des Stadtbetriebs längerfristig als Fußwegeverbindung nicht zur Verfügung stehen.
- Die Straßenbrücke Friesenrather Weg ist weiterhin für den Verkehr komplett gesperrt. Eine aufwendige Instandsetzung ist laut Experteneinschätzung notwendig. Zeitnah soll eine Prüfung ergeben, ob zumindest eine einspurige Befahrung der Brücke ermöglicht werden kann.
- Durch die ebenfalls zerstörte und komplett gesperrte Wanderbrücke Hahner Straße sowie die gesperrte Straßenbrücke Friesenrather Weg ist auch sie Nutzung des Premiumwanderwegs Eifelsteig derzeit beeinträchtigt.
Darüber hinaus sind von den Trupps des Stadtbetriebs in vielen weiteren Gebieten – vorrangig im Aachener Südraum – kleinere Schäden an Fuß- und Wanderwegen festgestellt worden. Auch dort kommt es teilweise zu Sperrungen. Die Stadt weist eindrücklich darauf hin, diese Absperrungen ernst zu nehmen und sie nicht zu missachten. Es besteht Gefahr für Leib und Leben!
Ergänzend dazu teilt die StädteRegion mit: Durch das zurückliegende Extremhochwasser ist es allerdings streckenweise zu Beschädigungen des Ufers und des Gewässerbetts gekommen. Dies gilt besonders für das Flussgebiet der Inde und Vicht. Durch erhöhte Pegelstände könnte es vereinzelt zu weiteren Schäden kommen. An den Gewässern Inde und Wurm lässt sich ein starker Rückgang in Richtung der normalen Pegelstände beobachten. Im Rahmen der Vorhersage werden jedenfalls keine weiteren Überflutungen erwartet. Es sind dennoch örtliche Starkregenereignisse möglich, so dass es in einzelnen Häusern erneut zu Wassereinbrüchen in Kellern kommen kann. „Sollten es dazu kommen, dass Wasser in die Kellerräume dringt, schalten Sie bitte elektrische Geräte und Heizungen in Räumen, die volllaufen können, ab. Denken Sie an die Stromschlaggefahr. Schalten Sie den Strom gegebenenfalls komplett aus (Sicherung raus!) und halten Sie sich nicht in Kellern oder Tiefgaragen auf. Verschlossene Fenster und Türen in Kellerräumen können lebensgefährlich sein“, warnt der stv. Kreisbrandmeister Jürgen Förster. Bei mehr als 30 Zentimetern Wasserhöhe rät Förster dazu, grundsätzlich die Feuerwehr zu rufen und sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. - Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine sehr ausführliche Informationsseite zum richtigen Verhalten bei Hochwasser, nachzulesen unter: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Tipps-Notsituationen/Hochwasser/_documents/hochwasser-vorsorge_dossier1.html?nn=20590.
Weil in vielen Teilen Stolbergs das Handynetz nicht gut ist, hat die Stadt WLAN-Hotspots eingerichtet. Die kostenlosen Hotspots stehen in Zweifall an der Jägerhausstraße in Höhe Kirche, in Vicht an der Rumpenstraße und in Unterstolberg an der Frankentalstraße. Der Empfangsbereich rundherum liegt bei ca. 50 bis 100 Metern.
Update 10 Uhr:
Um die Erlebnisse der letzten Woche verarbeiten zu können, bietet die StädteRegion jetzt zusätzliche psychologische Beratungen an. Dafür sind Stellen für Eltern, Kinder und Jugendliche in Stolberg, Eschweiler und Herzogenrath eingerichtet worden. Da kann dazu beigetragen werden, dass das Erlebte keine langfristigen seelischen Auswirkungen hat, so die StädteRegion.
- Standort Stolberg, Frankentalstraße 3: 02402/22545
- Standort Eschweiler, Steinstraße 87: 0241/5198-5111
- Standort Herzogenrath, Kaiserstraße 100: 02407/559-1800
Die Stadt Stolberg weist noch einmal darauf hin, dass die kommunalen Soforthilfen aktuell nur für Betroffene aus Zweifall, Vicht und der Innenstadt sind. Menschen aus den anderen Ortsteilen müssen die Soforthilfen des Landes beantragen. Pro Haushalt gibt es einen Sockelbetrag von 1.500 Euro. Für jede weitere Person gibt es 500 Euro zusätzlich, maximal sind aber nur 3.500 Euro möglich. Auch Gewerbetreibende und Unternehmen können die Soforthilfen beantragen. Mehr Infos gibt es auch HIER.
Weil das Rathaus noch immer geschlossen ist, gibt es für Themen rund um die Soforthilfen und das Hochwasser folgende Anlaufstellen:
- Innenstadt: AOK-Gebäude, Frankentalstraße 16 (normale Geschäftszeiten) und Restaurant LIVING, Kaiserplatz (Mo.-Fr., 9-15 Uhr)
- Vicht: Pfarrbüro in Vicht, Rumpenstraße 2 (Mo.-Fr. 9-15 Uhr)
- Zweifall: Dorfplatz (Container) (Mo.-Fr. 10-12 Uhr und 14-16 Uhr)
Update 8 Uhr:
Der Aachener Tierpark hilft der Reptilienauffangstation der StädteRegion in Stolberg. Die Einrichtung ist vom Hochwasser nahezu zerstört worden, die Tiere hat man aber alle rechtzeitig retten können. Wer dieses Wochenende im Aachener Tierpark Tierfutter an der Kasse kauft, unterstützt damit die Reptilienauffangstation. Der Verkaufserlös aus den Futtertüten geht direkt an die Einrichtung.
Ab heute bekommen vom Hochwasser betroffene Menschen aus Aachen und Eschweiler finanzielle Unterstützung der Städte. In Aachen können einmalig bis zu 5.000 Euro beantragt werden. In Eschweiler sind es 1.500 Euro pro Haushalt. Das Land NRW hat zusätzlich am Nachmittag Soforthilfen bereitgestellt, genau wie die Stadt Stolberg. Die Einzelheiten findet ihr HIER.
Das Jobcenter der StädteRegion Aachen bietet in Stolberg und Eschweiler eine Notfallpräsenz an.
- Eschweiler: telefonisch unter 02403/556-330
- Stolberg: Jobcenter-Mobil auf dem Parkplatz des alten Goethe-Gymnasiums, Kaiserplatz 6 (Mo-Do von 9-15 Uhr, Fr 9 bis 13 Uhr)
- Sammelrufnummer für Stolberg: 20402/97436-215
Aktuelle Lage 7 Uhr:
Unter dem Motto "Die Klimakrise ist hier!" demonstriert die Bewegung Fridays for Future heute bundesweit. Auch Aachen beteiligt sich mit einer Fußdemo. Nach der Hochwasserkatastrophe wollen die Aktivisten mehr Entschlossenheit im Kampf gegen die Klimakrise.
Um 15 Uhr geht es in Aachen am Elisenbrunnen los. Über den Kapuzinergraben, Alexianergraben, Augustinerbach und der Großkölnstraße gehen die Demonstrierenden zum Aachener Markt.
Laut Polizei wird mit ca. 500 Teilnehmern gerechnet. Der Demozug wird von den Beamten begleitet. Zwischen 15 und 17 Uhr kann es im Bereich der Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen kommen.
Fürs Wochenende sind wieder Unwetter für die StädteRegion Aachen vorhergesagt. Die Regenmengen sollen aber wesentlich geringer sein als in der vergangenen Woche, heißt es von Meteo Aachen. Außerdem soll es nur punktuellen Starkregen geben. Das Wasser sei mittlerweile gut abgesickert, dass es keine flächendeckende Flut geben wird, so unser Wetterpartner Willy Küches von Meteo Aachen.
Leider gebe es einige Medien, die aktuell vor genau so schlimmen Unwettern warnen - das sei nicht der Fall, sagt Willy Küches.

