
Die ASEAG und der schwierige Umgang mit der Maskenpflicht
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.08.2020 11:54
In den Bussen in Aachen und der Region wird die ASEAG alles in ihren Kräften Stehende tun, um die Einhaltung der Maskenpflicht durchzusetzen.
Laut NRW-Verkehrsminister Wüst sollen Maskenverweigerer 150 Euro Strafe zahlen und müssen an der nächsten Haltestelle das Fahrzeug verlassen.
Gewalt will und kann die ASEAG dabei aber nicht anwenden, sie appelliert vor allem an die Einsicht ihrer maskenunwilligen Kunden. Im Bus eine Maske zu tragen, diene schließlich der Gesundheit aller - es sei ein wichtiges Zeichen von Höflichkeit, Respekt und Verantwortung, das eigentlich jeder freiwillig setzen sollte.
Ein Bußgeld könnten nur Ordnungskräfte einfordern - und das sei glücklicherweise sehr selten notwendig. Zur Not müsse aber eben auch mal ein Bus solange warten, bis die Polizei oder das Ordnungsamt eintreffen. Das bringe allerdings den Fahrplan durcheinander und sorge bei anderen Kunden nicht gerade für Freude...
Die ASEAG betont, dass es wirklich wichtig sei, dass alle Fahrgäste im Bus eine Maske tragen, die Mund und Nase bedeckt. Sie weise im Bus und auch sonst immer wieder darauf hin - und "die allermeisten Fahrgäste" hielten sich daran.
So schildert uns die ASEAG konkret ihren Umgang mit Kunden, die keine Maske tragen:
• Wenn jemand ohne Maske einsteigen möchte, dann weist der Fahrer auf die Maskenpflicht hin. Ohne Maske darf man nicht einsteigen.
• Allerdings bekommt der Fahrer ja nicht immer mit, ob ein Fahrgast ohne Maske einsteigt. Oder vielleicht zieht er sie nach dem Einsteigen wieder aus.
• Dann kann es vorkommen, dass andere Fahrgäste den Menschen ohne Maske auf die Pflicht hinweisen. Reagiert der nicht, wird der Fahrer eingeschaltet. Auch der kann nur an die Einsicht des Fahrgastes ohne Maske appellieren.
• Wenn die Maske dennoch nicht aufgesetzt wird, ruft der Fahrer über die Leitstelle die Polizei. Der Bus wartet, bis die Polizei da ist, die den Fahrgast dann aus dem Bus holt – wenn er noch da ist.
• Das Warten bringt den Fahrplan durcheinander und sorgt meist nicht für große Freude bei den anderen Fahrgästen.
• Wichtig ist aber auch: In der Praxis kommt es sehr selten zu Konflikten, die die Polizei erfordern. Die allermeisten Fahrgäste halten sich daran. Fahrgäste ohne Maske sind nach einem Hinweis meist einsichtig.
• Und dann gibt es ja noch die Menschen, die von der Maskenpflicht ausgenommen sind. Auch das ist in der Praxis nicht immer ganz einfach zu überprüfen.
Die Durchsetzung der Maskenpflicht ist also in der Praxis eine komplexe Geschichte...