
Deutschland will Karlspreisträgerin Kolesnikowa aufnehmen
Veröffentlicht: Montag, 15.12.2025 06:44
(Update)
Nach dem Freikommen der früheren Aachener Karlspreisträgerin Maria Kolesnikowa und des Ex-Präsidentenkandidaten Babariko aus Belarus hat Innenminister Dobrindt angekündigt, die beiden in Deutschland aufzunehmen.
Man habe ein großes Interesse daran, dass diese Demokratiebewegung gestärkt werde - auch wenn sie sich außerhalb von Weißrussland jetzt weiterentwickeln müssse, so Dobrindt.
Kolesnikowa hatte vor einigen Jahren schon für längere Zeit in Stuttgart als Kulturmanagerin gearbeitet und spricht fließend Deutsch.
Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons ist happy über die Freilassung Kolesnikowas, hat er Antenne AC gesagt:
Er hofft, dass er Kolesnikowa noch in diesem Jahr in Aachen begrüßen kann:
Für den Vorsitzenden des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet, zeigt die Freilassung, dass zivilgesellschaftliches Engagement und Diplomatie Veränderungen ermöglichen können.
Im "Tagesthemen"-Interview hat Kolesnikowa am Sonntagabend gesagt, dass sie noch keinen Plan für die Zukunft habe. Sie glaube aber, dass sie irgendwann nach Belarus zurückkehren werde, auch wenn das jetzt gerade schwer vorstellbar sei. Die Haft sei gesundheitlich schwierig für sie gewesen, aber nicht für ihre Psyche, denn: "Im Inneren war ich immer frei".
Kolesnikowa gehörte zu den Anführerinnen der Massenproteste nach der von Manipulationsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl 2020. Machthaber Lukaschenko hat die Proteste niederschlagen lassen. Kolesnikowa wurde dann im September 2020 festgenommen und ein Jahr später wegen Verschwörung zum Umsturz zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt. Sie galt als politische Gefangene.
Mit dem Aachener Karlspreis ist sie 2022 in Abwesenheit ausgezeichnet worden - zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo.

