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Covid-19: Autopsie-Netzwerk soll helfen
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Covid-19: Autopsie-Netzwerk soll helfen

Um Infektionskrankheiten wie Covid-19 besser zu verstehen, ist jetzt unter der Leitung der Unikliniken Aachen und Hamburg-Eppendorf das Deutsche Forschungsnetzwerk Autopsien gegründet worden.

Mithilfe der Plattform sollen Daten und Erkenntnisse, die bei Autopsien gewonnen werden, dazu genutzt werden, die aktuelle Pandemie und künftige Infektionsgeschehen zu bewältigen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Autopsie-Netzwerk mit fast sieben Millionen Euro.

Welche Bedeutung die Untersuchung der an COVID-19 gestorbenen Patienten haben, ist schon unter Beweis gestellt worden. So haben Anfang Mai Wissenschaftler eine Studie veröffentlicht, die auf das deutlich erhöhte Thromboserisiko infolge COVID-19-Erkrankung aufmerksam gemacht hat. Seitdem werden Risikopatienten mit Blutverdünnern behandelt, um lebensbedrohliche Thrombosen oder Lungenembolien zu verhindern. Viele weitere Studien haben inzwischen auch ergeben, dass neben der Lunge weitere Organe wie zum Beispiel Herz und Niere von dem neuen Virus befallen werden, es sich also um eine Multisystemerkrankung handelt.

An der RWTH Aachen ist im April mit dem Aufbau eines deutschlandweiten Registers von COVID-19-Autopsien begonnen worden; das neue Netzwerk DEFEAT PANDEMIcs kann somit auf bereits bestehende Netzwerkstrukturen zurückgreifen.

An dem neuen Forschungsverbund sind 27 deutsche Universitätskliniken sowie zahlreiche Institutionen wie etwa das Robert Koch-Institut (RKI), das Henrich Pette-Institut (HPI), die Fachgesellschaften für Pathologie, Neuropathologie und Rechtsmedizin, das Bundeswehrkrankenhaus Ulm oder die Gesellschaft für Virologie beteiligt. Das Netzwerk hat zum Ziel, Maßnahmenpläne, Diagnostik- und Behandlungsstrategien möglichst aller deutschen Universitätskliniken zusammenzuführen und auszuwerten. Durch diese Bündelung der Kompetenzen und Ressourcen sollen Strukturen und Prozesse in den Kliniken geschaffen werden, die eine möglichst optimale Versorgung der COVID-19-Erkrankten sicherstellen. Das diene auch dem Ziel, künftigen Krisensituationen schneller, schlagkräftiger und besser vorbereitet begegnen zu können.

Veröffentlicht: Donnerstag, 01.10.2020 12:05

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