Anzeige
Corona prägt neue IHK-Konjunkturumfrage
© IHK Aachen/Jörg Hempel
Teilen: mail

Corona prägt neue IHK-Konjunkturumfrage



Veröffentlicht: Donnerstag, 04.06.2020 09:48

Anzeige

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft in der Region Aachen schwer getroffen - in der neuen Konjunkturumfrage der IHK ist die Rede von einer "Talfahrt nach einem Jahrzehnt des Aufschwungs".

Die Unternehmen beurteilen ihre momentane Lage so schlecht wie seit über 30 Jahren nicht. Drei von vier rechnen mit deutlichen Verlusten, im Durchschnitt liege der Umsatzrückgang bei rund 20 Prozent, so die IHK. Fast jedem fünften Unternehmen drohe bei dieser Entwicklung die Insolvenz.

Besonders stark betroffen sind das Gastgewerbe und die Industrie. Jeder zweite Industriebetrieb bewerte die Lage als schlecht. Die Auslastung der Produktionskapazitäten ist auf den niedrigsten Wert seit elf Jahren gesunken.

Eine positive Geschäftslage meldet allein das Baugewerbe, allerdings sind auch da die Bewertungen niedriger als zuletzt.

Wegen des massiven Konjunktureinbruchs habe sich die Ertragslage der Unternehmen drastisch verschlechtert. Sie befinde sich jetzt annähernd auf dem Niveau in Folge der globalen Finanzkrise 2008.

Die Unternehmer erwarten auch keine baldige Verbesserung: Jeder zweite rechnet mit einer Verschlechterung der Lage, nur jeder sechste ist zuversichtlich.

44 Prozent der befragten Unternehmen haben aktuell Kurzarbeit angemeldet, weitere 11 Prozent rechnen damit in den kommenden Monaten.

Die Lage der Dienstleister hat sich ebenfalls verschlechtert. Ein Drittel berichtet von schlechten Geschäften, ein Viertel ist zufrieden.

Auch wenn der Handel zu Beginn der Pandemie besonders stark von den Corona-Auflagen betroffen war, sind die Lagebeurteilungen der Händler mittlerweile weitgehend ausgewogen. 28 Prozent aller Befragten bezeichnen die Situation als gut, 31 Prozent als schlecht. Im Einzelhandel ist sogar die Mehrzahl mit der gegenwärtigen Situation zufrieden. Vier von zehn Unternehmen melden gute Geschäfte, bei einem Drittel ist die Lage schlecht. Im Großhandel ist hingegen eine kleine Mehrzahl der Befragten unzufrieden.

Die Unternehmen im Baugewerbe scheinen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie bislang noch weitgehend verschont geblieben zu sein. Vier von zehn Unternehmern sind aktuell mit der Geschäftslage zufrieden, kein Betrieb meldet schlechte Geschäfte.

Die weltweite Verbreitung von Corona wirke sich auch tiefgreifend auf Auslandsgeschäfte aus. Mit einem Anstieg der Auslandsnachfrage sei in den kommenden Monaten nicht zu rechnen. In annähernd jedem zweiten Industriebetrieb gehen die Befragten von einer rückläufigen Nachfrage aus dem Ausland aus, nur jeder zwölfte erwartet einen Anstieg.

Im Vergleich zu den anderen Teilregionen habe sich die Lage der Unternehmen in der Stadt Aachen vergleichsweise mild abgeschwächt. 25 Prozent aller Befragten melden gute Geschäfte, 27 Prozent sind nicht zufrieden. Ein Grund hierfür ist der überdurchschnittlich hohe Anteil an Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung, der von den Corona-Auflagen weitgehend verschont worden ist. Zufrieden sind vor allem die Einzelhändler (Saldo: +53) und Unternehmer des Baugewerbes (Saldo: +36). Ihre Erwartungen sind allerdings gesunken: 25 Prozent rechnen mit einer positiven Entwicklung, 41 Prozent mit einer negativen. Zuversichtlich sind Großhändler (Saldo: +22) und Dienstleister (Saldo: +6).

Übrige Städteregion Aachen

Unternehmer im ehemaligen Kreis Aachen bewerten die Lage deutlich schlechter als zum Jahresbeginn. 16 Prozent der Befragten schätzen die Geschäfte als gut ein, 43 Prozent als schlecht. Nur im Baugewerbe (Saldo: +33) ist die Lage für die Mehrheit der Unternehmen positiv. Die Geschäfte werden sich in den kommenden Monaten nicht verbessern: 17 Prozent erwarten eine positive Entwicklung, 54 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Am besten sind die Aussichten noch im Einzelhandel (Saldo: -5).



Anzeige
Corona prägt neue IHK-Konjunkturumfrage

© IHK Aachen

Corona prägt neue IHK-Konjunkturumfrage

© IHK Aachen

Corona prägt neue IHK-KonjunkturumfrageCorona prägt neue IHK-Konjunkturumfrage
Anzeige
Anzeige
Anzeige