
Conti Aachen macht dicht
Der Reifenhersteller Continental plant, sein Aachener Werk an der Philipsstraße bis Ende kommenden Jahres zu schließen.
Damit würden 1800 Menschen ihren Arbeitsplatz in dem 90 Jahre alten Betrieb verlieren. Teile der Produktion sollen an Niedrigkostenstandorte verlagert werden, heißt es.
Endgültig entscheiden will der Aufsichtsrat von Conti darüber Ende des Monats.
Für die Beschäftigten veranstaltet der Betriebsrat am Mittwoch vor dem Werk an der Philipsstraße in Aachen-Rothe Erde eine öffentliche Informationsveranstaltung ab 13 Uhr.
Der Gewerkschafter und Conti-Aufsichtsratsmitglied Francesco Grioli hat am Dienstag in Hannover gesagt, dass jetzt die Beschäftigten florierender Sparten für Managementfehler bezahlen müssten - und Widerstand angekündigt. Das Management sollte besser eine auf die Zukunft gerichtete Geschäftsstrategie vorlegen. Die Gewerkschaft will nicht zulassen, dass "ein Traditionskonzern kaputtgespart wird“.
In Aachen werden demnach modernste und besonders margenträchtige Reifen gefertigt – etwa für SUV-Modelle oder mit SSR-Notlauftechnologie. Seit Jahren würden die Kolleginnen und Kollegen 40 Stunden in der Woche ohne Lohnausgleich arbeiten.
Der Konzernbetriebsrat hat gemeinsam mit IG BCE und IG Metall eine öffentliche Petition mit dem Titel „Zeit für Perspektiven bei Continental“ gestartet: „Lasst uns dem Vorstand zeigen, was Verbundenheit bedeutet! Wir Continentäler rufen alle Menschen in Städten und Gemeinden an den Continental-Standorten und in den Regionen auf - unter dem Motto: Unterstützt die Kolleginnen und Kollegen, steht Euren Nachbarinnen und Nachbarn zur Seite! Zeichnet unseren Aufruf!“. Die Petition kann im Internet hier unterzeichnet werden: https://www.openpetition.de/petition/online/zeit-fuer-perspektiven-bei-continental
Veröffentlicht: Dienstag, 15.09.2020 12:20