
Castor-Transport kurz vor Start: Proteste angekündigt
Veröffentlicht: Dienstag, 24.03.2026 05:42
Der umstrittene Castor-Transport von Jülich nach Ahaus steht offenbar unmittelbar bevor. Nach Angaben von Anti-Atom-Initiativen könnten bereits am Dienstagabend die ersten Behälter mit radioaktivem Müll auf den Weg gebracht werden. Die zuständigen Behörden äußern sich aus Sicherheitsgründen nicht zu einem konkreten Zeitpunkt.
152 Castor-Behälter sollen nach Ahaus gebracht werden
Hintergrund der Transporte ist die Situation am Forschungszentrum Jülich: Dort fehlt seit Jahren eine dauerhaft gültige Genehmigung für die Lagerung des Atommülls. Statt ein neues Zwischenlager vor Ort zu errichten, sollen insgesamt 152 Castor-Behälter ins Zwischenlager nach Ahaus verlagert werden. Die Transporte erfolgen in mehreren Etappen.
Großeinsatz der Polizei und aufwendige Logistik
Die Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen gelten als logistischer Kraftakt. Die Strecke führt über rund 170 Kilometer, überwiegend über Autobahnen. Jeder Behälter wird einzeln auf einem Schwerlasttransporter transportiert.
Begleitet werden die Konvois von einem massiven Polizeiaufgebot: Mehrere tausend Einsatzkräfte sollen im Einsatz sein. Insgesamt könnten bis zu 100 Fahrzeuge Teil eines einzelnen Transports sein.
Proteste in Jülich, Ahaus und entlang der Strecke
Gegen die Transporte formiert sich Widerstand. Mehrere Anti-Atom-Initiativen haben Proteste, Demonstrationen und Mahnwachen angekündigt. Aktionen sind sowohl am Startpunkt in Jülich als auch am Zielort Ahaus geplant. Auch entlang der möglichen Strecke rechnen die Behörden mit Protesten.
Die Initiativen gehen derzeit davon aus, dass der erste Transport heute Abend gegen 22 Uhr starten könnte.
Kritik am Sicherheitskonzept und Forderung nach Stopp
Die Kritik richtet sich vor allem gegen das Sicherheitskonzept der Transporte. Aus Sicht der Atomkraftgegner ist dieses unzureichend und bereits im Vorfeld gescheitert. Sie fordern NRW-Innenminister Herbert Reul auf, die Transporte kurzfristig zu stoppen.
Auch die NRW-Landesregierung steht den Transporten kritisch gegenüber.
Zwischenlager Ahaus ebenfalls in der Kritik
Neben den Transporten selbst wird auch das Ziel der Castoren kritisiert. Atomkraftgegner sehen die Zwischenlagerung in Ahaus als problematisch an und warnen vor langfristigen Risiken.
Polizei und Behörden bereiten sich unterdessen auf umfangreiche Einsätze vor. Beobachter erwarten entlang der Strecke massive Sicherheitsmaßnahmen und Protestaktionen, ähnlich wie bei Castor-Transporten in den 1990er-Jahren.