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Caritas-Kritik an Reformplänen
© DiCV Aachen
Theresia Heimes, die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Dienste und Einrichtungen der Erziehungshilfe (AGkE) im Bistum Aachen, kritisiert die geplante Reform des Kinder- und Jugendhilfe-Rechts.
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Caritas-Kritik an Reformplänen

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Der Caritasverband für das Bistum Aachen kritisiert die geplante Reform des Kinder- und Jugendhilfe-Rechts.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung setzt künftig stärker auf vor Ort verfügbare Angebote statt auf individuelle Hilfen nach Bedarf.

Dann könnten Kinder und Jugendliche, die spezialisierte Unterstützung brauchen, sie nicht bekommen, wenn solche Hilfen lokal nicht vorhanden sind.

Die Caritas befürchtet, dass Problemlagen sich dadurch verschärfen und Entwicklungschancen verloren gehen.

Die Einrichtungen im Bistum Aachen fordern Bundestag und Bundesrat auf, den Gesetzentwurf nachzubessern und am Recht auf bedarfsgerechte Hilfen festzuhalten.

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Stimmen:

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  • Stephan Jentgens, Diözesancaritasdirektor im Bistum Aachen: „Dass die Kinder- und Jugendhilfe reformiert werden muss, ist unstrittig. Der steigende Unterstützungsbedarf, fehlende Plätze und der Fachkräftemangel stellen das System vor große Herausforderungen. Aber die nun vorgeschlagenen Änderungen geben keine ausreichenden Antworten auf diese zentralen Fragen. (...) Auf der Strecke bleiben werden Kinder und Jugendliche, denen weiter entfernte, passgenaue Hilfen versagt bleiben, weil vor Ort verfügbare Hilfen Vorrang vor individuell erforderlicher Unterstützung erhalten.“
  • Theresia Heimes, Geschäftsführerin der Diözesanarbeitsgemeinschaft der katholischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe im Bistum Aachen (DiAG AGkE):"Hilfen müssen zur Lebenssituation der jungen Menschen und ihrer Familien passen. Gerade in Krisensituationen oder bei stark belasteten Familien reichen die vor Ort verfügbaren Angebote häufig nicht aus. Wir befürchten, dass sich Problemlagen dadurch verfestigen, Entwicklungschancen junger Menschen verloren gehen und langfristig hohe gesellschaftliche Folgekosten entstehen.“
  • Michael Leblanc, Leiter der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Monschau in Trägerschaft des Vereins zur Förderung der Caritasarbeit im Bistum Aachen: "Wenn künftig vor allem die vor Ort verfügbaren Hilfen, wie Beratungsstellen, berücksichtigt werden sollen, kommen mehr Anfragen von Familien, die eigentlich intensivere Unterstützungsangebote benötigen, die Beratungsstellen nicht leisten können. Wir müssten diese Fälle dann an andere Stellen verweisen. Da gleichzeitig nicht mit einem Ausbau der Kapazitäten zu rechnen ist, würden Kinder, Jugendliche und Familien die notwendige Hilfe deutlich später erhalten. Eine passgenaue Unterstützung wäre vielerorts nicht mehr gewährleistet. Problemlagen würden sich verschärfen, und die vorhandenen Angebote würden zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Nur Familien, die über ausreichend Ressourcen verfügen und ihre Ansprüche aktiv durchsetzen können, werden sich die notwendigen, oft kostenintensiveren Hilfen erkämpfen. Andere bleiben zurück.“
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