Anzeige
Bistum: Missbrauchs-Gutachten da
© Bistum Aachen
Teilen: mail

Bistum: Missbrauchs-Gutachten da

Laut dem neuen Gutachten über sexuellen Missbrauch im katholischen Bistum Aachen hat es zwischen 1965 und 2019 Hinweise auf 175 Missbrauchsopfer gegeben.

Das Gutachten ist am Donnerstag veröffentlicht worden, erstellt hat es die Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl. Sie sagt, sie habe bei ihren Recherchen keinerlei Einschränkungen gehabt und auf alle Infos zugreifen können.

Die meisten Missbrauchs-Betroffenen waren Jungen, besonders aus der Altersgruppe der Acht- bis 14-Jährigen.

Oft seien Priester, die sich des Missbrauchs schuldig gemacht und teilweise dafür Haftstrafen abgesessen hätten, wieder in Gemeinden eingesetzt worden - und hätten dort dann teilweise erneut Kinder missbraucht.

Persönliche Mitverantwortung sehen die Gutachter bei mehreren früheren Aachener Bischöfen, unter ihnen Bischof Klaus Hemmerle (1929-1994) und Bischof Heinrich Mussinghoff, der bis 2015 an der Spitze des Bistums gestanden hat.

Für die Reaktion der Bistumsführung auf die Missbrauchsfälle sehen die Gutachter "systemische Ursachen", darunter die quasi unangreifbare Stellung des Priesters im Katholizismus als Mittler zwischen Gott und den Menschen und das problematische Verhältnis der Kirche zur Sexualität.

Veröffentlicht: Donnerstag, 12.11.2020 10:39

Anzeige
Anzeige
Anzeige