
Es gibt neue Hoffnung für den Erhalt der Natur in der Aachener Beverau:
Die Bundeswehr ist dazu bereit, zusammen mit der Stadt nach alternativen Standorten für eine Erweiterung der Löwenstein-Kaserne zu suchen.
Die Stadt und viele andere in Aachen hatten erhebliche Konflikte mit Klima-, Umwelt- und Naturschutz befürchtet. Denn die landwirtschaftlichen Flächen sind eine wichtige Klimaanlage - sie bilden eine Belüftungsbahn für angrenzende Stadtteile.
Oberbürgermeister Michael Ziemons freut sich über das Entgegenkommen der Bundeswehr. Die Stadt wolle ja auch, dass die Technische Schule des Heeres wachsen kann - nur nicht auf Kosten wertvoller Freiflächen.
Die Erweiterungspläne widersprachen laut der Stadt kommunalen und regionalen Planungen: Der Regionalplan weise die Flächen als Regionalen Grünzug sowie als Bereich zum Schutz der Landschaft und der landschaftsorientierten Erholung aus. Der Flächennutzungsplan Aachen*2030 stellt sie als Landwirtschaftsflächen mit besonderer stadtklimatischer Funktion dar. Schon bei dessen Neuaufstellung wurden die Flächen wegen erheblicher Auswirkungen auf Landschaft, Boden, Wasser, Natur und Klima nicht als Bauflächen ausgewiesen. Die Stadt sieht deshalb auch ihre kommunale Planungshoheit berührt.
Zugleich sind die Flächen wichtige wohnungsnahe Erholungsräume für Spaziergänge, Radfahren und Naturerleben.
Die Erweiterung könnte den Zugang zur Landschaft erheblich einschränken. Die Stadt fordert daher, bestehende Wegebeziehungen dauerhaft zu erhalten. Dazu gehört auch der historisch nachgewiesene öffentliche Eselsweg zwischen Lintert, Driescher Hof, Burtscheid, Beverau und dem Frankenberger Viertel.
Schon heute komme es am Knotenpunkt Kornelimünsterweg/Adenauerallee/Karl-Marx-Allee zu erheblichen Belastungen und Rückstaus, so die Stadt. Zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie mögliche weitere Zufahrten würden die Situation verschärfen. Auch für eine dauerhafte Zunahme schwerer Militärtransporte sei der Kornelimünsterweg nur eingeschränkt geeignet.
Für die Ableitung des zusätzlichen Niederschlagswassers stehen nach derzeitiger Einschätzung keine ausreichenden Kapazitäten in der Kanalisation zur Verfügung. Erforderlich wären umfangreiche Rückhalte- und Behandlungsanlagen. Zudem bestünden wasserwirtschaftliche Risiken für den Beverbach und das Gewässersystem der Wurm.
Oberbürgermeister Michael Ziemons: „Ich stehe zur Bundeswehr. Die Technische Schule des Heeres gehört zu Aachen, und sie muss sich weiterentwickeln können. Entscheidend ist, dafür einen geeigneten Standort zu finden. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine Lösung finden können, die den Anforderungen der Bundeswehr gerecht wird und zugleich die Beverau schützt.“
