
Amphibienteiche in Merkstein, Ausstellung im Rathaus
Veröffentlicht: Montag, 20.01.2025 14:55
In Herzogenrath-Merkstein an der alten Grube Adolf haben das Land und die Biologische Station der StädteRegion einige Amphibienteiche angelegt.
Die Aktion im Rahmen des Projekts "LIFE-Amphibienverbund" soll bessere Lebensräume für Gelbbauchunken, Geburtshelfer- und Kreuzkröten ermöglichen.
Die drei Arten sind durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt, deshalb hat die EU das Projekt zu großen Teilen finanziert.
Eine Ausstellung dazu ist ab sofort und noch bis zum 5. Februar im Herzogenrather Rathaus zu sehen.
Weitere Infos zu den neuen Amphibienteichen:
Für das Anlegen der Teiche an der Grube Adolf wurde ein schon bestehendes Gewässer saniert und erweitert. Besucher erhalten vor Ort einen direkten Einblick in die Artenschutzmaßnahme. Ab Frühjahr lassen sich dort mit etwas Glück die ersten Kröten und Kaulquappen beobachten. Ein Zaun bietet den nötigen Schutz für die Tiere. Zusätzlich wurden elf weitere Teiche auf einer Lichtung in den Höhen der Halde angelegt. Dieser Bereich ist für die Bevölkerung nicht zugänglich, so dass die Arten sich dort ungestört entwickeln können.
Die Tiefe der Gewässer variiert zwischen 30, 50 und 80 cm, so dass die Teiche unterschiedliche Bedingungen aufweisen und teilweise im Sommer austrocknen.
Für Kreuzkröten ist das Austrocknen lebenswichtig, da sie als Pionierart auf Gewässer ohne Fressfeind angewiesen sind, wie sie in permanenten Gewässern vorkommen. Die tiefsten Gewässer frieren im Winter nicht zu, so dass die Larven der Geburtshelferkröte dort überwintern können.
Neben den Teichen sind auch Sandhaufen, Trockenmauern und Gesteinsaufschüttungen als Landlebensräume errichtet worden. Einige Bäume, hauptsächlich Birken, sind für das Vorhaben gefällt worden, um für mehr Auflichtung zu sorgen. Hiervon profitieren auch Pflanzen, die lockeren, offenen Boden benötigen und im Boden nistende Wildbienen. Da Totholz ein wichtiges Gut für die Natur und viele Tiere ist, wurden die Stämme vor Ort gelassen und teilweise mit verbaut. Sie dienen als zusätzliche Versteckmöglichkeit für die Amphibien.
Ehrenamtliche Amphibien-Ranger der Biologischen Station der StädteRegion Aachen e.V. kümmern sich in Zukunft um die Gewässer und beobachten, wie sich die Amphibienarten auf der Halde entwickeln.
„Wir freuen uns sehr über die diese Art der Unterstützung. Rund 20 Freiwillige helfen uns, über 30 Amphibien-Gebiete von Stolberg bis Baesweiler im Auge zu behalten“ erklärt Bettina Krebs, Projektleiterin an der Biologischen Station.
Für alle, die mehr über das Projekt und die Zielarten erfahren möchten, gibt es im Zeitraum vom 20. Januar bis 5. Februar 2025 eine Ausstellung mit dem Titel „Pionieramphibien und wo sie zu finden sind“ im Foyer des Rathauses der Stadt Herzogenrath zu sehen. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos und zu den Öffnungszeiten der Verwaltung möglich.
Das Projekt „LIFE-Amphibienverbund":
Es wurde im Januar 2017 gestartet und mit rund vier Millionen Euro ausgestattet. Die Biologische Station StädteRegion Aachen e.V. setzt das Projekt um, Projektpartner ist das Umweltministerium NRW (MULNV NRW). Finanziert wird das Projekt von der Europäischen Union durch das Förderprogramm LIFE, das MULNV NRW und die StädteRegion Aachen. Innerhalb von elf Jahren sollen verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden, die den Erhaltungszustand der in NRW und Deutschland gefährdeten Amphibienarten Gelbbauchunke (Bombina variegata), Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) und Kreuzkröte (Bufo calamita) verbessern.

