
Amateurfußball: 400 Störungs- und Diskriminierungsfälle
Veröffentlicht: Montag, 28.08.2023 10:45
Auf den Amateurfußballplätzen hier bei uns im Gebiet des Fußballverbands Mittelrhein (FVM) sind bei den knapp 70.000 Partien der letzten Saison bei fast 400 Spielen "Störungs- oder Diskriminierungsfälle" aufgetreten.
Das entspricht einer Quote von 0,56 Prozent. 62 mal haben solche Vorfälle zu Spielabbrüchen geführt.
Dieses Zahlen meldet der FVM unter Bezug auf das vom DFB erstellte "9. Lagebild des Amateurfußballs in Deutschland".
Laut FVM-Vizepräsidentin Johanna Sandvoß zeige die Statistik, dass die Zahl der Vorfälle im FVM-Gebiet auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie in der Vorsaison liegen würden. Aber leider stünden hinter jedem einzelnen Vorfall Menschen, die unter dem Verhalten anderer Personen zu leiden haben.
FVM-Präsident Christos Katzidis hat schon in seiner Botschaft an die Vereine vor dem Saisonstart deutlich gemacht, dass man dringend eine andere Umgangskultur auf unseren Fußballplätzen brauche: "Ich wünsche mir für unseren Fußball am Mittelrhein, dass wir zum ‚Gentleman-Fußball‘ kommen. Ich möchte, dass der Fußball wieder zu einem Sport mit Vorbildcharakter wird und wir nicht immer wieder über Negativ-Fälle diskutieren müssen. Wir wollen, dass sich alle auf dem Platz wohl fühlen. Wir sind eine Fußballfamilie: Alle Spielerinnen und Spieler, alle Trainerinnen und Trainer, alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, alle Vereinsverantwortlichen. Das muss wieder mehr im Vordergrund stehen.“
Unter dem Motto mit dem Hashtag #gemeinsamfußball ist der FVM jetzt auch in die neue Saison am Mittelrhein gestartet. Ein fairer und toleranter Umgang miteinander sei von elementarer Bedeutung. Auch wenn sich alle Beteiligten einig seien, dass Gewalt und Diskriminierung keinen Platz haben dürfen, komme es auf den Fußballplätzen dennoch zu Vorfällen. Und auch wenn die Probleme keine reinen des Fußballs seien, sondern ein gesamtgesellschaftliches, sei es trotzdem die Aufgabe des organisierten Sports, entschlossen und geschlossen dagegen vorzugehen, heißt es.