
Aachener Zeuge von Gleisattacke
Im Prozess um die Gleisattacke am Frankfurter Hauptbahhof vor gut einem Jahr hat am Donnerstag ein Augenzeuge aus Aachen ausgesagt.
Der 52-jährige Lehrer hat gesehen, wie ein Mann einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen hat.
Demnach sei es "ein entsetzlicher Eindruck" gewesen, als die Mutter um ihr Kind schrie. Er habe unter dem Zug nach dem Jungen gesucht und ihn dann später tot entdeckt. Dieses Bild sei ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen, so der Aachener, der am Tattag auf dem Weg nach Freiburg in Frankfurt umgestiegen ist.
Die Mutter hat sich damals in letzter Sekunde vor dem einfahrenden Zug retten können.
Der Täter gilt wegen einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig.
Eine Polizeibeamtin, die bei der Festnahme des mutmaßlichen Täters dabei gewesen ist, hat vor Gericht ausgesagt, der heute 41-Jährige Eritreer habe ihr gesagt, dass er sich eigentlich selbst habe umbringen wollen. Er habe "was im Kopf". Stattdessen aber habe er "einen Jungen geschoben". Dabei habe er teilnahmslos und ruhig gewirkt.
Der wegen Totschlags, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen Beschuldigte hat am ersten Verhandlungstag am Mittwoch vor Gericht eingeräumt, den Achtjährigen und seine Mutter vor den einfahrenden ICE gestoßen zu haben. Er bedauere die Tat. Der Mann soll dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht werden.
Die Schwurgerichtskammer will das sogenannte Sicherungsverfahren in der kommenden Woche fortsetzen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 20.08.2020 12:43