Anzeige
Aachen: "Wärmewende 2030"
© STAWAG/Wussow
4.3.2021: Der Bauplatz für das neue Blockheizkraftwerk am Schwarzen Weg in Aachen wird vorbereitet.
Teilen: mail

Aachen: "Wärmewende 2030"

Aachen soll bis 2030 nur noch klimaneutrale Fernwärme beziehen.

Die STAWAG hat am Donnerstag den Start entsprechender weiterer Projekte mit dem Titel "Wärmewende 2030" angekündigt.

So setzt der Energieversorger ab nächstem Jahr unter anderem auf Blockheizkraftwerke auf Bio-Erdgas Basis sowie auf erneuerbare Energien wie Tiefengeothermie und Solarthermie. Die Blockheizkraftwerke sollen künftig für ein Drittel der Fernwärme sorgen.

Mit diesen Maßnahmen reagiert die STAWAG darauf, dass 2029 der letzte Braunkohleblock in Weisweiler stillgelegt werden soll.

Die Einzelheiten dazu:

Mit dem neuen Blockheizkraftwerk, das am Schwarzen Weg entsteht (siehe Foto) und einen Gesamtwirkungsgrad von rund 90 Prozent hat, würden die CO2-Emissionen um rund 23.000 Tonnen jährlich gesenkt. Bis 2028 will man das Tiefengeothermie-Projekt und Projekte zur Nutzung der Solarthermie abgeschlossen haben. Zusammen mit weiteren Wärmeauskopplungen wäre dann auch die Fernwärme klimaneutral hergestellt, heißt es. 

Darüber hinaus plant die STAWAG innovative Nahwärmekonzepte auf der Basis von erneuerbaren Energien wie z.B. eine thermische Solaranlage mit saisonalem Speicher in Walheim für rund 120 Gebäude. Auch eine Biomasseanlage in Simmerath gehört zu den umweltfreundlichen Projekten. 

Für den Klimaschutz sei darüber hinaus sehr wichtig, dass bei Neubauten schon jetzt hohe Energiestandards gelten und solarthermische Anlagen eingebaut werden: So werde der Gasverbrauch deutlich gesenkt und das Klima geschützt. 

Für das neue Blockheizkraftwerk am Schwarzen Weg wird derzeit das Grundstück, das der STAWAG seit längerem gehört, für den Tiefbau vorbereitet. Seinen Betrieb soll das neue BHKW im September 2022 aufnehmen. Die Anlage hat eine Leistung von je rund 22 Megawatt elektrisch und thermisch. Rund 30 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen. Mit Blick auf die Zukunft verfügt der Wärmespeicher, der vor Ort gefertigt wird, über eine hydraulische Besonderheit: Er kann aus dem Netz, also quasi „rückwärts“, befüllt werden. „Steht beispielsweise Wärme aus Geothermie oder einer anderen ökologisch günstigen Quelle zu Verfügung, können wir diese hier bevorraten", so die STAWAG. Denkbar sei dabei auch, die Wärme nachts einzuspeisen und sie tagsüber, wenn die Lasten ansteigen, wieder zu entnehmen. Auch anderweitig sei das BHKW für zukünftige Entwicklungen ausgerichtet: Die Anlage könne auf der Basis von Biomethan betrieben werden, sofern der Markt dies in ausreichender Menge hergebe. Eine Nutzung von grünem Wasserstoff sei technisch ebenfalls machbar, wenn er in einer konstanten Menge beigemischt werde.

Mit dem neuen BHKW reagiert die STAWAG nicht nur auf die Erfordernisse der Wärmewende, sondern auch auf die wachsende Nachfrage nach Fernwärme. Die macht in verschiedenen Bereichen der Stadt einen Ausbau des Leitungsnetzes notwendig. Im Frühjahr wird der Netzbetreiber Regionetz in der Dennewartstraße eine umfangreiche Baumaßnahme starten, die über die Jülicher Straße bis zur Talbotstraße reicht: Dort soll unter anderem ein Ringschluss zum übrigen Fernwärmenetz hergestellt und einige Neukunden angeschlossen werden. Ziel der STAWAG ist es, noch mehr Kunden von der umweltfreundlichen Wärme zu überzeugen und an das Wärmenetz anzuschließen.

Schon jetzt erzeugt die STAWAG jährlich knapp 550 Millionen Kilowattstunden grünen Strom in eigenen Wind- und Solaranlagen. Damit könnten rechnerisch alle Aachener Privathaushalte und kleinere Gewerbekunden klimafreundlich mit Strom versorgt werden. Bis 2030 soll diese Menge verdoppelt werden: Der Strom für Aachen wäre dann zu 100 Prozent klimaneutral.

Veröffentlicht: Donnerstag, 04.03.2021 13:46

Anzeige
Anzeige
Anzeige