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Aachen: Überreste eines spätrömischen Kastells entdeckt
© Stadt Aachen/Stefan Herrmann
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Aachen: Überreste eines spätrömischen Kastells entdeckt

Veröffentlicht: Dienstag, 19.03.2024 15:51

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In Aachen haben Archäologen an der Pontstraße Überreste eines spätrömischen Kastells entdeckt.

Sie stammen vermutlich aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Die Rede ist von einem "bedeutsamen Fund für die Aachener Stadtgeschichte".

Auf die Kastell-Überreste ist man bei Regionetz-Bauarbeiten gestoßen. Bisher ist die römische Mauer auf einer Länge von rund sieben Metern freigelegt worden. Sie ist mindestens 90 Zentimeter breit. Die Anfang- und Endpunkte des Mauerwerks hat das Archäologen-Team noch nicht entdeckt.

Die Regionetz erneuert dort zur Zeit die Versorgungsleitungen für Wasser, Gas und Strom sowie deren Hausanschlüsse und baut das umweltfreundliche Fernwärmenetz aus.

Stimmen:

  • „Während der Reparatur eines Kanalhausanschlusses wurde das Fundament eines mächtigen Mauerwerks freigelegt, das aufgrund der Bautechnik römischer Zeitstellung sein muss“ erläutert Dr. Donata Kyritz von "sk ArcheaoConsult". „In Längsrichtung konnte das Fundament noch einige Meter Richtung Markt verfolgt werden. Hier zeigte sich nun auch eine letzte Reihe Quadermauerwerk. Die genauen Maße konnten bislang allerdings weder in Längs - noch in Querrichtung erfasst werden.“
  • Stadtarchäologe Andreas Schaub: „Seit rund 140 Jahren vermutete man ein spätrömisches Kastell in Aachen, aber erst zwischen 2011 und 2014 gelang es, aus der Vermutung Gewissheit werden zu lassen und die Anlage zu lokalisieren.“ Damals wurde in enger Kooperation zwischen der Stadtarchäologie und der Firma ArcheoConsult Befunde des sogenannten Castrum rund um den Markthügel entschlüsselt.
  • "Beim jetzt angetroffenen Mauerrest könnte es sich um Reste eines Tores handeln“, vermuten Schaub und Kyritz. Weitere Tore vermuten die Experten im Verlauf der Jakobsstraße an der Einmündung in den Markt und am Beginn der Großkölnstraße.
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Historischer Hintergrund laut der Stadt Aachen:

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"Nach einer Zerstörung Aachens im Zuge fränkischer Plünderungszüge um 275/276 n. Chr. wurde der gesamte Markthügel durch eine im Fundament über fünf Meter breite Mauer mit Rundtürmen bewehrt. Ihr vorgelagert war ein rund sechs Meter breiter Graben. Letzterer wurde 2011 auf dem Katschhof entdeckt. Vergleichbare Kastelle kennt man aus Jülich, Bitburg und Jünkerath Die spätrömische Wehrmauer wurde durch Karl den Großen weitergenutzt. Seine Königshalle (das heutige Rathaus) wurde auf seiner Südflanke errichtet. Erst im 12. Jahrhundert wurden die Kastellmauern niedergelegt. Auch heute ist davon noch etwas zu sehen. Unter einer Glasplatte im Gebäude Markt 46 (Restaurant Five Guys) können Menschen ein erhaltenes Mauersegment mit Ansatz eines der runden Türme betrachten."

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Aachen: Überreste eines spätrömischen Kastells entdeckt

Im Jahr 2011 wurden die ersten Nachweise gefunden: In Aachen gab es ein spätrömisches Kastell.

© Zeichnung: Stadt Aachen/Andreas Schaub

Aachen: Überreste eines spätrömischen Kastells entdeckt

Stellten den archäologischen Fund in der Pontstraße vor: (v.l.) Stadtarchäologe Andreas Schaub, Dr. Donata Kyritz (sk ArcheoConsult), Stadtbaurätin Frauke Burgdorff, Ann-Kristin Jäger (sk ArcheoConsult) und Regionetz-Projektleiter Ralf Jansen.

© Stadt Aachen/Stefan Herrmann

Aachen: Überreste eines spätrömischen Kastells entdeckt

© Stadt Aachen/Stefan Herrmann

Aachen: Überreste eines spätrömischen Kastells entdeckt

© Stadt Aachen/Stefan Herrmann

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© Stadt Aachen/Stefan Herrmann

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