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Aachen: Römisches Aquädukt
© Stadt Aachen/Stefan Herrmann
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Aachen: Römisches Aquädukt

Teile eines schon lange gesuchten römischen Aquädukts sind jetzt in Aachen an der Lothringer Straße entdeckt worden.

Bei Kanalbauarbeiten hat man die ursprünglich knapp zwei Kilometer lange Leitung gefunden, die das römische Aachen ab etwa 100 nach Christus mit Wasser versorgt hat.

Zuletzt hat man in den 1980er Jahren Teile der Leitung entdeckt.

Darin ist früher Wasser von Burtscheid aus zu den Thermen unterm Dom geführt worden. Diese "Münsterthermen" haben mit rund 6200 Quadratmetern Fläche zu den größten Heilbädern im Römischen Reich gezählt.


Weitere Infos der Stadtarchäologen dazu:

Der Startpunkt der römischen Frischwasserleitung lag beim heutigen Schwertbad in Burtscheid. Dort wurde vom „Kalten Bach“ – der Wurm – eine hölzerne Abzweigung errichtet, die in den Aquädukt geleitet wurde. Von dort verlief die rund 1770 Meter lange Leitung grob über die heutige Dammstraße, Bachstraße, Warmweiherstraße, Herzogstraße, Lothringer Straße, Wirichsbongardsstraße und Elisabethstraße bis zum Bereich, wo heute die Elisabethhalle und die Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Aachen am Münsterplatz liegen. Dort endete der Aquädukt in einem so genannten Wasserkastell. 

Das Aquädukt Burtscheid – Aachen war eine so genannte Freispiegelleitung. Sie besaß ein Gefälle von 1,4 bis 2,5 Millimeter Gefälle pro Meter. Das Bauwerk selbst bestand aus gemörteltem circa 50 Zentimeter breiten und 65 Zentimeter hohen Bruchsteinwangen. Das Gerinne war durch U-förmige Ziegel gebildet. Der eingesetzte Mörtel war mit Ziegelstücken durchsetzt, was für die Wasserbeständigkeit sorgte.

Die Leitung insgesamt ist in einer sehr massiven Art und Weise gebaut worden. Das Bauwerk war insgesamt etwa zwei Meter breit und ist – zumindest in großen Teilen – in die Erde eingegraben worden.

Aufgrund der Aachener Topografie wurde im Bereich des heutigen Theaterplatzes durch eine Aquädukt-Brücke die dortige Senke überwunden, um dann zum Wasserspeicher im Bereich der Elisabethstraße zu kommen. Ansonsten verlief die Leitung unterirdisch.

Veröffentlicht: Donnerstag, 05.12.2019 14:00

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