
570 Euro weniger für Frauen
Im Vorfeld des Weltfrauentags am kommenden Sonntag (8.3.) weist die Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) in Aachen darauf hin, dass Frauen im Durchschnitt immer noch weniger verdienen als Männer.
Konkret: Frauen, die in Aachen eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 570 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. Das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen in der Städteregion Aachen liegt aktuell bei gut 3.100 Euro im Monat – Männer mit der gleichen Arbeitszeit kommen auf fast 3.700 Euro - ein Unterschied von 15 Prozent. In ganz NRW beläuft sich demnach der Gender Pay Gap, also die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, auf 13 Prozent.
Laut der NGG hier bei uns ist die Situation besonders problematisch in frauendominierten Berufen – etwa im Service einer Gaststätte oder im Verkauf einer Bäckerei. Wenn da nicht nach Tarif gezahlt wird, treffen niedrige Löhne oft auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. Die Folge seien geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die die Frauen dann beim Amt aufstocken müssen, so die Gewerkschaft. Der tatsächliche Gender Pay Gap in der Städteregion dürfte sogar bei deutlich über 15 Prozent liegen - wenn man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung miteinbezieht.
Die NGG fordert die Unternehmen auf, die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. Statt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag sei ein gesetzlicher Anspruch auf gleiches Geld für gleichwertige Arbeit nötig - alles andere sei im Jahr 2020 von vorgestern.
Veröffentlicht: Mittwoch, 04.03.2020 08:17